Harlingerland - In Ostfriesland gibt es ein etwa 3500 Kilometer langes ausgeschildertes Radwegenetz. So wird die Halbinsel zumindest durch die Ostfriesland Tourismus GmbH beworben.
Dass das Rad fast genauso zu Ostfriesland gehört wie Tee und Kluntje, sieht man jedoch auch, wenn man selbst einmal unterwegs ist: Überall sind die Menschen auf Zweirädern unterwegs – egal, ob es sich um einen Familienausflug handelt, Kinder, die zur Schule fahren oder auch Menschen, die mit dem Rad einkaufen gehen. Das Fahrrad ist praktisch, günstiger als ein Auto und vielseitig einsetzbar.
Jedoch kommt es auch immer wieder zu Unfällen, bei denen Radfahrer oder Pedelecfahrer beteiligt sind. Allein im Bereich der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund gab es laut Polizeihauptkommissar Uwe Eilts 573 Verkehrsunfälle. Zwei Pedelec-Fahrer starben. „Weiterhin wurden 80 Personen schwer und 370 Personen leicht verletzt“, so Eilts.
Heruntergerechnet bedeutet das, dass sich einmal am Tag ein Mensch im Landkreis Wittmund bei einem Radunfall verletzt.
Uwe Abels von der Polizei Wittmund beschäftigt sich viel mit Unfällen, genauer gesagt mit der Prävention von solchen. Er sagt, dass man sein Rad gut kennen sollte – bevor man losfährt. „Bei den E-Bikes zum Beispiel: Die sind gerade super beliebt und mittlerweile verstehen auch viele, dass die Räder schneller unterwegs sind. Aber das Bremsen wird dabei total übersehen.“ Denn das Rad verhalte sich mit bis zu 30 Kilo anders, als es die Radfahrer von leichteren Modellen ohne Antrieb gewöhnt sind. Dazu komme noch die erhöhte Geschwindigkeit, sodass aus einem eigentlich kleinen Bremser eine ernste Situation werden dann: „Wenn die Leute frontal gegen etwas stoßen oder über den Lenker geworfen werden, dann ist der erste Berührungspunkt immer der Kopf.“ Deswegen betone er in all seinen Vorträgen und Kursen immer, wie wichtig das Tragen eines Helmes sei.
Das ernste Thema sei auch in der Grundschule wichtig: „Da sage ich dann immer, dass man die Knochen im Arm wieder hinkriegen kann. Das Ding da oben kann man aber nur schlecht wieder reparieren.“ Mittlerweile habe er das Gefühl, dass die Arbeit von ihm und seinen Kollegen, sowie auch des Präventionsrates Harlingerland fruchtet: „In den Schulen wird mittlerweile wieder mehr Helm getragen – da sind wir auf einem richtigen Weg.“
Auch Polizeihauptkommissar Uwe Eilts sagt, dass es aus seiner polizeilichen Sicht sehr wichtig sei, einen geeigneten Helm zu tragen. Dennoch sagt er auch, dass „jegliche Teilnahme im öffentlichen Straßenverkehr gefährlich ist. Dort gibt es leider keine einhundertprozentige Sicherheit.“ Letztlich seien viele Faktoren entscheidend, „unter anderem die Beschaffenheit der genutzten Fahrzeuge oder die Witterungseinflüsse“, also auch Sachen, die man nicht beeinflussen könne. Für den Helm und die verminderte Gefahr einer Kopfverletzung kann man sich jedoch aktiv entscheiden.
