Langeoog - Langeoog war im Grunde ein siedlungsfeindliches Gebiet und fast mehr noch als hoch auflaufende Fluten gefährdeten die ständigen Sandverwehungen die Existenz der Menschen auf der Insel. Ein im Jahre 1695 um Abzug für sich und seine alten Eltern bittender Insulaner klagte, dass „Sand und Strand verrückt“, die Häuser beinahe vom Sande bedeckt seien. Das wenige grüne Land und die Gärten früherer Zeit seien mit „lauter dürrem Sand gleichsam überschwemmt und belegt“, sodass weder Menschen noch Vieh dort existieren könnten.
Schon Ubbo Emmius notierte in seiner Landesbeschreibung Ostfrieslands aus dem Jahre 1616, dass alle Inseln zum größten Teil unfruchtbar seien. „Alle haben an der Nordseite ununterbrochene Sandhügel, sie erheben sich wie ein Wall gegen den Ozean. An deren Fuß liegt nach Süden hin eine schmale Ebene, die mit Gras und Kräutern bedeckt ist, entlang an dem dort sich hinziehenden Watt, zur Weide für das wenige Vieh“.
Der Westkopf Langeoogs lag bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts auf einem hohen Geestsockel und hat sich seither kaum verändert. Eine nach der Weihnachtsflut angefertigte Karte von 1736 zeigt auf, dass Langeoog aus mehreren selbständigen Dünengebieten bestand: Dem ca. einen Kilometer langen Westkopf, der Melkhörndünengruppe, den Dünen östlich des Kleinen Schlopps und dem ca. drei bis vier Kilometer langen Ostende. Diese nicht zusammenhängenden Dünengruppen umfassten eine Gesamtlänge von etwa neun Kilometern.
