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Kunst im Sieltief-Park Auf diesem Skulpturenpfad zeigen Fische ihre Gefühle

Janna Kiesé
Emotionen zeigen ist gesund: Freyas Fisch darf zornig sein.

Emotionen zeigen ist gesund: Freyas Fisch darf zornig sein.

privat

Altharlingersiel - Inspiriert von dem Kinderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout entstand in der Bücherstube „Lieschen“ in Altharlingersiel die Idee, selbst Fische zu malen. Man soll versuchen, dem eigenen Fisch ein besonderes Gesicht zu geben. Augen, Mund, Mimik und Körperhaltung sollten der Schlüssel sein, ein bestimmtes Gefühl auszudrücken.

Mit Pinsel und Acrylfarbe machten sich die „Lieschen-Kinder“ an die Arbeit und gestalteten ihre eigenen fantasievollen Fische auf schwarz grundierten Holzscheiben. 18 leuchtend prachtvolle Exemplare entstanden. Jeder Fisch ist individuell in Form und Farbe und nimmt den Betrachter mit auf eine originelle Reise durch die stimmungsvolle Welt der Gefühle.

Gefühle benennen

Die Grundschulkinder treffen sich immer montags und freitags mit Gisela Antons in der Bücherstube „Lieschen“, um dort zu lesen und zu spielen. Die Sprachförderung steht bei ihr an erster Stelle. Auf spielerische Art wolle sie den Kindern Spaß am Lesen und Schreiben geben, sagt die Altharlingersielerin. Viel Spaß hatten die „Lieschen-Kinder“ beim Gestalten ihrer Fische. Sie zeigten sich gegenseitig stolz ihre „Wasserwesen.“ „Meiner guckt zufrieden“, erklärt eines. „Meiner ist glücklich und deiner?“, fragt ein anderes. „Ganz neugierig!“, lautet die Antwort. „Meiner ist zornig!“ und „Meiner guckt richtig gelangweilt.“

Alle waren sich einig bei ihren Betrachtungen. Um jedoch zu vermeiden, dass einem Besucher unklar ist, wie sich der Fisch fühlt, hatte Gisela Antons angeregt, auch die passenden Adjektive dazuzuschreiben – so wie im Buch, in dem sich auf zwei gegenüberliegenden Seiten jeweils nur ein Fisch und ein Eigenschaftswort befinden. Das sei auch Teil der Sprachförderung, erklärt Antons.

Emotionen zeigen

Für Kinder ist es wichtig, sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind besonders Kleinkinder ihren Gefühlsschwankungen ausgeliefert. Mit Unterstützung zum Beispiel der Eltern lernen die Kinder, mit ihren Emotionen umzugehen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Zu den Orientierungshilfen gehöre auch die Erfahrung, „dass der Art und Weise, wie das Kind seine Gefühle ausdrückt, Grenzen gesetzt sind. Die ist zum Beispiel dort der Fall, wo andere Menschen verletzt oder beleidigt und Gegenstände zerstört werden“, schreibt die BZgA.

Die „Lieschen“-Kinder lernten auf spielerische Weise, Gefühle zu benennen und zu zeigen. Zusammen mit Gisela Antons besprachen die Kinder die Gefühlsfische und probierten selbst verschiedene Gesichtsausdrücke aus. Sie durften wütend, trotzig oder traurig sein, ohne dafür getadelt zu werden – ein gesunder Umgang mit Emotionen.

Sieltief-Park

Um den Skulpturenpfad realisieren zu können, musste noch geklärt werden, wie die Holzscheiben installiert werden. Dabei half Michael Broz von MB Metallbau in Esens. Um das kleine Kunstprojekt zu unterstützen, stellte der Handwerker unentgeltlich Metallstangen zur Verfügung, schweißte sogar Ösen daran, um die Holzscheiben entsprechend befestigen zu können. Die „Lieschen-Kinder“ bedankten sich herzlich und wünschen allen Interessierten viel Freude beim Anschauen des Skulpturenpfades in Altharlingersiel im Sieltief-Park.

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