Wittmund - „Unser Altersdurchschnitt liegt mittlerweile bei 75plus“, sagt Klaus Kuhweide, der Vorsitzende der Wittmunder Tafel, als er mit den anderen Vorstandsmitgliedern zusammensitzt. Das sei nicht nur problematisch, um sicherzustellen, dass es die Tafel noch lange geben wird, sondern insbesondere, um die aktuellen Aufgaben zu bewältigen, berichtet der Vorsitzende.
Muskelkraft gefragt
„Wenn die Waren bei den Supermärkten abgeholt werden, sind sie in große Kisten gepackt. Diese sind so schwer, dass sie unsere größtenteils weiblichen über 70-jährigen Helferinnen kaum tragen können“, erklärt Kuhweide. Deswegen brauche das Team dringend Unterstützung. Doch der Vorsitzende weiß auch, der Job ist nicht für jeden etwas. „Montags und donnerstags, wenn wir die Waren einsammeln, geht es gegen 7 Uhr los. Wir fahren durchs ganze Kreisgebiet, da ist man den ganzen Vormittag beschäftigt“, erklärt Kuhweide. Die Vorstandsmitglieder würden sich freuen, wenn jemand sie bei diesen Fahrten unterstützen würde. „Zum Beispiel ein paar junge Männer, denen das frühe Aufstehen nichts ausmacht und die Lust haben, sich zu engagieren“, ergänzt Schatzmeisterin Susanne Brodehl. Auch jemand mit guten EDV-Kenntnissen könnte das Team der Tafel unterstützen.
Doch in den Reihen der Tafel hat sich in letzter Zeit ein bisschen was getan. Angelika Kriwett unterstützt den Vorstand als zweite Vorsitzende. Sie wurde im März auf der Mitgliederversammlung gewählt. „Wir sind wirklich froh, dass Angelika Kriwett so engagiert ist“, berichtet Klaus Kuhweide. Denn die Ausgaben am Montag- und Donnerstagnachmittag werden von immer mehr Menschen aufgesucht. „Seit dem Krieg in der Ukraine kommen fast doppelt so viele Menschen zur Ausgabe. Meistens zwischen 80 und 90. Die holen dann aber Waren für ihre ganze Familie“, erklärt Brodehl.
Unterstützung bei der Kommunikation mit den ukrainischen Geflüchteten bekommen sie von einer aus der Ukraine geflohenen Deutschlehrerin. „Viktoria kommt zu jeder Ausgabe und hilft mit viel Geduld bei Dokumenten und anderen sprachlichen Hürden“, freut sich Brodehl. So eine Hilfe sei für sie wirklich unbezahlbar, denn wer zur Ausgabe möchte, muss sich zunächst einmal anmelden.
Immer mehr Bedürftige
Anschließend geht es dann weiter zu den Helfern, die die Waren verteilen. „In der Regel haben wir genug für alle, auch seit mehr Leute kommen. Wir sind froh, dass uns die Geschäfte im Landkreis so gut unterstützen und hoffen, dass sie es auch weiterhin tun“, sagt Klaus Kuhweide. Denn die Anzahl der Bedürftigen, da ist er sich sicher, wird weiterhin steigen.
Wer die Tafel unterstützen will, kann sich bei Klaus Kuhweide melden. Kontaktinformationen gibt es auf der Website.
