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Untergrund macht Probleme Sportplatz Friedeburg wird um 800.000 Euro teurer als geplant

Der Sportplatz in Friedeburg ist weiter eine Baustelle. Die Sanierung wird nun deutlich teurer als erwartet.

Der Sportplatz in Friedeburg ist weiter eine Baustelle. Die Sanierung wird nun deutlich teurer als erwartet.

Wolfgang Kaul

Friedeburg/Wittmund - Die Sanierung der Sportanlage Altes Amt Friedeburg wird teurer als gedacht: Der Landkreis Wittmund rechnet mit Mehrkosten von 800.000 Euro. Der Ärger bei den Mitgliedern des Haushaltsausschusses war am Montag groß. Kritisiert wurden die steigenden Kosten, aber auch, wie es dazu gekommen war.

Vor Beginn der Arbeiten war ein Bodengutachten beauftragt worden. An neun Stellen – fünf auf dem Rasen und vier auf der Laufbahn – wurden Bodenproben genommen. Das Ergebnis: Der Untergrund besteht teilweise aus Torf. Weil der sich zersetzt, führt das zu Absenkungen des geplanten Kunstrasenplatzes. Ein Teil des Bodens muss daher gegen Füllsand ausgetauscht werden.

Das ganze Ausmaß zeigte sich jedoch erst, als die Arbeiten begonnen waraen. Die einzelnen Schichten sind an vielen Stellen nicht klar voneinander getrennt; es muss deutlich mehr Boden ausgetauscht werden als erwartet. Statt 11.000 Kubikmeter werden 27.000 Kubikmeter Füllsand benötigt. Hinzu kommt die Bodenentsorgung. Auch die sei teurer geworden, wie Gert Gellmers vom Planungsbüro Thalen Consult sagte.

Genügend Bohrungen?

Wilhelm Ihnen (CDU) bezeichnete die Arbeit des Bodengutachters als „absolut fahrlässig“. Die ersten Bohrungen hätten skeptisch machen müssen. Dann „müssen mehr Bohrungen laufen“, kritisierte er und ergänzte: „Ich kann das nicht entschuldigen. Für mich ist das kein vernünftiges Bodengutachten.“ Auf die Kritik reagierte Gert Gellmers – der Bodengutachter aus Osnabrück war selbst nicht in der Sitzung im Kreishaus. „Es wurde alles ordnungsgemäß gemacht“, erklärte er. Die Probleme seien „auf keinster Weise vorhersehbar“ gewesen. Bei drei Bohrungen sei sogar kein Torf festgestellt worden. Man könne dann schlecht sagen, dass es weitere Bohrungen hätte geben müssen.

„Es ist alles sehr unbefriedigend“, fasste Landrat Holger Heymann (SPD) die Situation zusammen. Er appellierte an die Ausschussmitglieder, die höheren Baukosten „mit der Faust in der Tasche“ mitzutragen. Mit der Sanierung der Sportanlage in Friedeburg könne ein Schlussstrich unter das Thema Erneuerung der Sportplätze gezogen werden. Der Landrat ist überzeugt: „Ich glaube nicht, dass die politische Entscheidung eine andere gewesen wäre, wenn wir von den Kosten gewusst hätten.“ Er hoffe darauf, dass die Kosten doch etwas geringer ausfallen und es noch den einen oder anderen Euro aus dem Fördertopf gibt.

Die Sanierung wird aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ mit 1,44 Millionen Euro gefördert. Ob es jetzt noch mehr Geld gibt, ist unklar. Die Wittmunder Kreisverwaltung steht im Kontakt mit dem Fördergeldgeber. Hätte man früher von den Mehrkosten gewusst, wäre „die Förderung ganz sicher anders ausgefallen“, gab Johannes Tooren (CDU) zu bedenken.

Finanzieller Puffer

Ein hundertprozentiges Versprechen, dass die Kosten eingehalten werden, gebe es laut Holger Heymann nie. „Das gehört zur Wahrheit dazu.“ Der Landrat sei bereit, bei künftigen Vorhaben einen finanziellen „Sicherheitspuffer“ einzubauen.

Die Mitglieder des Ausschusses trugen die Mehrkosten einstimmig. „Wir können den Weg nicht mehr zurückgehen“, sagte Heinz Buss (SPD). Finanziert werden sollen sie aus Mehreinzahlungen bei der Kreisumlage. Der Kreistag muss in seiner Sitzung am Donnerstag, 5. Oktober, um 16 Uhr in der Stadthalle Wittmund noch zustimmen.

Anke Laumann
Anke Laumann Regionalleitung Ostfriesland / Anzeiger für Harlingerland / Jeverland-Bote
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