Esens - Die Esenser St.-Willehad- Gemeinde feiert wieder Groschenkirmes. Zum 50-jährigen Jubiläum am 20. und 21. August hat sich Bischof Franz-Josef Bode als Ehrengast angesagt. Aus den Erlösen der Groschenkirmes sind mittlerweile zahlreiche Hilfsprojekte in Afrika und Südamerika finanziert worden.
Bescheidener Anfang
Dabei waren die Anfänge eher bescheiden. Mitmachaktionen für Kinder und eine Tombola hat es von Beginn an bei der Groschenkirmes gegeben. „Die meisten Attraktionen kosteten damals tatsächlich bloß einen Groschen“, erinnert sich Thomas Peters. Der heutige Gemeindebrandmeister kennt das Fest noch in den Anfängen aus seiner Kindheit und ist dann als Jugendlicher selber ins Organisationsteam eingestiegen.
Bis heute betreut er den Getränkeausschank, neben dem reichhaltigen kulinarischen Angebot eine weitere wichtige Konstante der Groschenkirmes. Zwar fungiert die katholische Kirchengemeinde nach wie vor als Trägerin. Unterstützung kommt aber längst von allen möglichen Seiten aus Esens und darüber hinaus. Sogar einige Urlauber reisen extra zur Groschenkirmes an, um sich einzubringen, und sei es nur, dass sie beim Kartoffelschälen helfen. „Das ist wie ein Virus“, meint Thomas Peters. „Wer einmal bei uns mitmacht, lässt das so schnell nicht wieder los.“
Dabei ist der Einsatz der Beteiligten zu 100 Prozent ehrenamtlich. Sämtliche Einnahmen fließen ohne jegliche Abzüge direkt in die jeweiligen Hilfsprojekte. Dazu gehörten bisher Alphabetisierungsmaßnahmen in Nicaragua, eine Suppenküche in Bogota, ein Friedenszentrum in Nordirland sowie diverse Schul- und Jugendprojekte in Peru und Uganda.
Kontakte nach Brasilien
Seit 1984 hat sich ein enger Kontakt zum Bistum Barreiras im brasilianischen Bahia entwickelt. Bezugspersonen vor Ort zu haben, ist vor allem deswegen von Bedeutung, „weil wir dadurch sicherstellen, dass unser Geld wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird“, betont Brigitte Hesse, die längere Zeit in Brasilien gearbeitet und das Land auch danach regelmäßig besucht hat.
Bei der Groschenkirmes ist die Pastoralreferentin ebenfalls seit Jahren eine von vielen festen Größen und möchte dem Organisationsteam trotz Ruhestands weiterhin erhalten bleiben. Was die geförderten Projekte angeht, wurde schon immer besonderer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt.
Kinderkrippen gefördert
In Bahia betrifft das zum Beispiel den Aufbau von Kinderkrippen, die die Bildungschancen von Straßenkindern verbessern. „Das sind ja nicht zwangsläufig alles Waisenkinder“, erklärt Brigitte Hesse. „Die werden oft nur von ihren Eltern vernachlässigt. Und die Behörden kümmern sich auch nicht um sie.“
Zudem erhalten Kleinbauern konkrete Hilfe, wie sie ihre Wasserversorgung optimieren, sich besser vernetzten und sich gegen Landraub juristisch zur Wehr setzen können. Anlässlich des Jubiläums wird neben Bischof Bode auch noch Martin Mayr in Esens zu Gast sein. Der Österreicher, der seit über 30 Jahren im Bistum Barreiras als Entwicklungshelfer und Diakon tätig ist, kann aus erster Hand von den Hilfsprojekten berichten.
Das Programm
Die Groschenkirmes der St.-Willehad-Gemeinde startet am Sonnabend, 20. August, nach dem Gottesdienst um 18.30 Uhr und wird am Sonntag, 21. August, wiederum nach dem Gottesdienst um 10.30 Uhr fortgesetzt. Das musikalische Rahmenprogramm am Samstagabend bestreitet Gitarrist und Sänger Helmut Bengen.
Beim Frühschoppen am Sonntagmorgen wird das Dunumer Akkordeonorchester für Stimmung sorgen. Am Sonntagnachmittag ist frischer Jazz von der Formation „Ain’t we Sweet“ angesagt. Höhepunkt und Abschluss der Festivitäten in der Gemeinde ist dann wie immer die Ziehung der Hauptpreise auf der Bühne.
