Stedesdorf - Die Nachfrage nach Bauplätzen in der Gemeinde Stedesdorf ist groß. Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit den Stimmen der Mehrheitsfraktion SPD/Bürgerwille den Aufstellungsbeschluss für das neue Baugebiet „Am hohen Weg / Langestrich“ sowie den Beschluss über die frühzeitige Beteiligung der Behörden und Träger sonstiger Belange gefasst.

Wie Bürgermeisterin Ilse Reineke und ihr Stellvertreter Kurt Zart dazu am Montag in einem Pressegespräch mitteilten, seien die Vorstellung eines ersten Planentwurfs und Gespräche mit den Anliegern vorausgegangen. „Entstehen können auf einer Fläche von fünf Hektar maximal 62 Bauplätze“, so Ilse Reineke. Möglich sind neben Einfamilienhäusern auf einem Teilbereich auch Mehrfamilienhäuser mit maximal vier Wohneinheiten, beschränkt auf maximal 18 Meter Länge und neun Meter Höhe mit ausgebautem Obergeschoss.

Hintergrund sei, so Reineke und Zart, dass neben der Nachfrage nach Bauplätzen auch die Nachfrage nach Mietwohnungen steige. „Junge Paare und Singles suchen für ihren Start eine kleine Wohnung“, so die Bürgermeisterin. Bei dem jetzigen Plangebiet handelt es sich um eine Fläche mit guter Anbindung über die Esenser Straße in Richtung Esens und Wittmund mit vorhandenem Radweg und guten Einkaufsmöglichkeiten. Auch die umliegenden Schulen seien bequem zu erreichen.

Erschließungsträger für dieses geplante neue Baugebiet ist die Grundstücks- und Projektmanagement-Gesellschaft (GPL) mbH Leer-Wittmund. „Damit beschreiten wir erstmals neue Wege. Bisher wurden alle Baugebiete durch die Gemeinde Stedesdorf selbst erschlossen“, sagt Ilse Reineke. Damit einher gehe die Sorge einiger Anlieger, die Gemeinde könne ihre kommunale Planungshoheit aus der Hand geben. Dem sei definitiv nicht so, betonen Reineke und Zart. Sollte die Planung, bei der es sich bisher nur um einen ersten Vorentwurf handelt, nach dem jetzigen Aufstellungsbeschluss umgesetzt werden, würden per Satzungsbeschluss durch den Rat auch die planerischen Vorgaben festgesetzt, zum Beispiel die Form und Höhe der Gebäude.

„Auch die Sorge zur Veränderung des Einmündungsbereichs Norderweg nehmen wir sehr ernst“, betont Ilse Reineke. Gespräche mit dem Planer über eine verträgliche und vor allem verkehrssichere Zufahrt zur Esenser Straße (Landesstraße 10) laufen bereits.

Unter dem Gesichtspunkt Naturschutz soll auch der Wall entlang der Straße erhalten und sogar dauerhaft unter Schutz gestellt werden, erklärt Kurt Zart, der auf einen weiteren Kritikpunkt der Opposition und der Anlieger des Norderweges hinweist. Absehbar sei, dass es eine Form des Lärmschutzes im Bereich der Landesstraße 10 geben muss. „Dafür sind bisher zwei Varianten im Gespräch: entweder ein begrünter Wall, wie er sich für das Baugebiet an der Auricher Straße bewährt hat, oder in Form einer begrünten Wand“, erklärt Ilse Reineke. „Die Details müssen im weiteren Verfahren geklärt werden.“

Nächster Schritt im Verfahren sei die Änderung des Flächennutzungsplans durch die Samtgemeinde.