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Ralf Preuß berichtet über Hobby Mit der Sternwarte auf Langeoog in fremde Galaxien blicken

Langeoog - Die Liebe zu allem, was am Himmel zu sehen ist, begann für Ralf Preuß im Alter von zehn Jahren. „Damals durfte ich durch das Fernglas von meinem Onkel gucken“, erzählt der heute 56-Jährige. Der Himmel war an diesem Tag anscheinend größtenteils wolkenlos, denn den Mond habe er gut zu sehen bekommen, auch die Krater von den Einschlägen der Meteoriten. Dieser eine Blick auf den mystisch aussehenden Himmelskörper habe gereicht: „Da habe ich ihn gesehen – in all seiner Pracht. Und da ist es dann um mich geschehen.“

Dreidimensionaler Raum

Das ist nun mehr als vier Jahrzehnte her, den Blick vom Himmel hat der Langeooger jedoch nie wieder so richtig abwenden können. Denn wenn Preuß in den Himmel schaut, ist er nicht nur woanders und hat das Gefühl in dem dreidimensionalen Raum zu schweben, er befindet sich auch in einer anderen Zeit: „Man kann schon sagen, dass jeder Blick eine Zeitreise ist. Der Mond ist 370 000 Kilometer entfernt. Da das Licht etwas braucht, um auf der Erde anzukommen, sehe ich den Mond immer nur so, wie er vor einer Sekunde war. Bei der Sonne reist das Licht so lange, dass man sie hier auf der Erde nur mit einer Verzögerung von acht Minuten sieht.“ Bei anderen Planeten und Galaxien könne es sich je nach Entfernung um viele Millionen Jahre handeln. „Das ist einfach nur faszinierend“, sagt Preuß.

Diese Zeitreise kann man jedoch nicht einfach so mit einer handelsüblichen Kamera oder dem alten Fernrohr antreten. Dafür sei das richtige Equipment und viel Tüftelei notwendig: Schnelle Planeten- und gekühlte Kameras für lichtschwache Objekte, spezielle Filter und viel Technik. Ralf Preuß hat sich in seinem Garten auf Langeoog sogar eine Sternwarte mit einer Kuppel aus Glasfaser bauen lassen, um ideale Voraussetzungen zu schaffen. Dort liegt er dann auch nicht entspannt, sondern wartet teilweise Stunden auf den richtigen Moment: „Wenn ich da in meiner Sternwarte sitze, dann meist in einem Kabelsalat etwas eingequetscht – bequem ist das nicht.“

Astrofotografie

Außerdem beobachtet er den Himmel mittlerweile nicht nur, sondern geht auch der Astrofotografie nach. Auch hier heißt es nicht einfach, auf den Auslöser zu drücken. Denn die beste Technik und eine Belichtungszeit über Stunden sind kein Garant für das perfekte Foto. „Luftverwirbelungen, Wolken und die Erddrehung – all das sind Faktoren, die man dabei immer beachten muss“, sagt Preuß und fügt hinzu: „Es muss wirklich alles passen für nur ein einziges gutes Foto.“

Viel hängt vom Glück ab

So hänge die Astrofotografie und Beobachtung nicht nur mit dem Können und der Erfahrung zusammen, sondern auch mit Glück – wie generell vieles, das im Universum passiert. Von Zufall will Preuß jedoch nicht sprechen: „Aus wissenschaftlicher Sicht passiert eigentlich nichts aus Zufall. Es ist atemberaubend, wie vieles zusammenspielen muss. Allein die partielle Sonnenfinsternis vor ein paar Monaten: Die Konstellation von Sonne, Mond und Erde ist so einmalig, wie deren Größen zueinander, dass der Mond die Sonne genau verdeckt bei einer Sonnenfinsternis. Das gibt es nur hier und das finde ich umwerfend.“

Es muss übrigens nicht immer das perfekte Foto oder das spektakuläre interstellare Ereignis sein, das Ralf Preuß begeistert: „Eigentlich geht mir immer das Herz auf, wenn ich in den Himmel blicke.“

Pia Miranda
Pia Miranda Redaktion Wittmund
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