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Stiftung Kinder in Not aus Wittmund hilft krankem Jungen Mit den Delfinen geht es Laurin wieder gut

Wolfgang Malzahn
Kontaktaufnahme im Hause Frank: Die „Kinder in Not“-Vorstandsmitglieder Hans-Ludwig Janßen (links) und Gerd „Thelly“ Thellmann (rechts) sprechen mit Vater Oliver über den 15-jährigen schwerstbehinderten Laurin.

Kontaktaufnahme im Hause Frank: Die „Kinder in Not“-Vorstandsmitglieder Hans-Ludwig Janßen (links) und Gerd „Thelly“ Thellmann (rechts) sprechen mit Vater Oliver über den 15-jährigen schwerstbehinderten Laurin.

privat

Wittmund - Manchmal gibt sich der Wittmunder Gerd „Thelly“ Thellmann, Vorsitzender der Blücher-Stiftung „Kinder in Not“, nachdenklich: „Es gibt in dieser Welt so viel Not. Und ich weiß, dass wir mit unserer Stiftung nicht allen helfen können.“ Aber als er und sein Vorstandskollege Hans-Ludwig Janßen von dem Schicksal des 15-jährigen Laurin Frank aus Großefehn erfuhren, da konnte er nicht anders: „Wir waren beide innerlich so berührt, dass wir spontan 6000 Euro als Zuschuss für eine Delfin-Therapie für Laurin in München zugesagt haben.“

Epileptische Anfälle

Laurin Frank ist schwerstbehindert. Er kann mit seinen 15 Jahren bis heute nicht sprechen und benötigt eine Betreuung rund um die Uhr. Seine Mutter Katrin sagt, dass sich ihr Sohn geistig auf dem Stand eines Dreijährigen bewegt. Was Laurin genau hat, ist bislang noch von keinem Arzt endgültig diagnostiziert worden. Dafür ist die Liste der Symptome lang: Entwicklungsstörung mit geistiger Behinderung, Sprachstörungen, Störung der motorischen Funktionen, Ein- und Durchschlafstörungen, Muskelhypotonie, Inkontinenz, Autismus und epileptische Anfälle.

Seine Mutter Katrin, die selbst seit 2009 unheilbar an Multipler Sklerose und seit 2015 an der Darmkrankheit Morbus Crohn erkrankt ist, macht sich große Sorgen um Laurin: „Nicht zu vergessen seine Weglauf-Tendenz. Gefahren sind Laurin völlig fremd. Deshalb darf man ihn keine Sekunde aus den Augen lassen.“

Geschwister kümmern sich

Viel hat die Familie Frank bereits versucht, um Laurin ein halbwegs selbstständiges Leben zu ermöglichen. Er hat mit Therapiehunden gearbeitet, hat eine Reittherapie gemacht. Der 15-Jährige hat noch zwei gesunde Geschwister, die achtjährige Lilly Marleen und die 21-jährige Leonie-Freya. Beide kümmern sich rührend um Laurin, doch die Ältere fühlt sich immer häufiger mit der Rund-um-die-Uhr-Pflege ihres behinderten Bruders überfordert – wenn sie zum Beispiel nachts aus dem Bett muss, um die Windeln von Laurin zu wechseln. Vater Oliver kann, weil er nicht nur seinen Sohn, sondern auch seine Frau pflegen muss, nur in Teilzeit als Schulbegleiter arbeiten. Zu allem Unglück wurde bei ihm vor wenigen Jahren eine Hüftkopfnekrose festgestellt.

Auf Spenden angewiesen

In dieser Zeit wurde Laurin erstmals eine Delfin-Therapie in München ermöglicht. „2016 konnten wir einen enormen Entwicklungsschub bei unserem Jungen feststellen“, berichtet Katrin Frank. Banal klingendes Beispiel: Er kann sich seitdem artikulieren, wenn er zur Toilette muss. Man wisse, dass diese Therapie „keine Wundermedizin“ ist und dass sie auch keine Krankheiten heilen kann. Katrin Frank: „Aber sie kann da helfen, wo andere Therapieversuche gescheitert sind. Das sind Erfolge von unschätzbarem Wert für uns.“ Wegen Corona war eine Wiederholung der Maßnahme bislang nicht möglich. Doch nun möchte die Familie dem 15-Jährigen noch einmal die Chance auf eine solche Intensiv-Therapie geben.

Das Problem der Franks: Die Krankenkassen bezahlen diese Therapien nicht. Und aus eigener Tasche können sie eine solche Maßnahme, die rund 15.000 Euro kostet, nicht bezahlen: „Wir sind auf Spenden angewiesen.“ Deshalb ist die 6000-Euro-Spende von „Kinder in Not“ ein willkommener Schritt. Jetzt kann Laurin wieder für acht Wochen zu den Delfinen in München ins Wasser steigen. Danach kommt er für fünf Wochen zurück nach Hause, wo die Erfolge der Therapie begutachtet werden. Dann soll eigentlich der nächste Teil der Delfin-Therapie folgen. Doch dafür fehlt noch das Geld.

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