Langeoog - Das Interview mit Insulaner Olaf Hube, in dem er ein Konzept zur Nutzung des Hauses der Insel (HDI) auf Langeoog präsentiert hat, schlägt hohe Wellen. Gleich zwei Stellungnahmen aus dem Langeooger Rat kamen in dieser Woche in der Redaktion an. Eines von der Gruppe LPR (Langeoogers Peters Recktenwald) und eine von Uwe Garrels (parteilos). Beide Stellungnahmen zeigen: Mit dem Insulaner-Konzept, das Langeooger Bürger eigeninitiativ ausgearbeitet haben, kann nur die Ratsgruppe JKSM etwas anfangen.
Olaf Hube als Strohmann?
LPR weist in ihrer Pressemitteilung darauf hin, dass es im März eine Klausurtagung gegeben hat, wo sich alle Ratsmitglieder, Mitglieder der Verwaltung sowie einer Steuerungsgruppe über die allgemeinen touristischen Entwicklungen des Kurviertels beraten haben. Es sei zu einem Ergebnis gekommen, man habe sich darauf verständigt, die Öffentlichkeit über das finale Ergebnis Ende April/Anfang Mai zu informieren – es hätten noch einige Details rechtlich geprüft werden müssen.
„Umso verwunderter sind wir, dass nun Herr Hube im Auftrag der Gruppe JKSM ein Konzept vorstellt, das in großen Teilen, von dem gemeinsam erarbeiteten Konzept abweicht“, schreibt die Ratsgruppe. Bei LPR frage man sich, warum horrende Summen an Steuergeldern für eine Projektentwicklung und Klausurtagung ausgeben worden seien, um nur wenig später ein deutlich abweichendes Konzept von Teilen des Rates vorgestellt zu bekommen. Die Ratsgruppe JKSM widerspricht der Darstellung, Olaf Hube habe das Interview in ihrem Auftrag gegeben. Gruppensprecherin Ines Mühlenhaus teilt schriftlich mit: „Dies irritiert und verwundert uns umso mehr, da dies auch der Gruppe LPR bekannt gewesen ist, denn Olaf Hube hatte das Konzept im Februar bereits mit weiteren Langeoogern dem Gesamtrat vorgestellt.“ Dies bestätigt Hube und betont: „Das vorgestellte Konzept habe ich aus eigenem Antrieb vorgestellt und nicht im Namen der Gruppe JKSM– das zu behaupten, ist schlicht weg falsch.“
Das Konzept sei in der Pressemitteilung zur Bildung von JKSM zur Sprache gekommen, „da wir es für eine ausgezeichnete Grundlage halten, die zukünftige Handlungsfähigkeit des Tourismus-Service bei der Umsetzung des touristischen Konzeptes mit Veranstaltungen und Aktivitäten in einem eigenen Veranstaltungshaus und Treffpunkt zu sichern.“ Man habe während der Klausurtagung mehrfach darauf hingewiesen.
Nicht im Stande, verlustfrei zu wirtschaften
Uneinigkeit herrscht auch darüber, wer ein gemeindeeigenes Veranstaltungsportal führen könnte. Hube ist der Meinung, dass der ebenfalls gemeindeeigene Tourismus-Service Langeoog (TSL) dies könne. LPR sieht das anders. „Nein, der TSL ist nicht in der Lage, dieses Gebäude verlustfrei zu führen, auch das haben die letzten Jahrzehnte eindrücklich bewiesen.“ Ein Saalgeschäft wirtschaftlich zu betreiben, mit Veranstaltungen, Ausstellungen, Vernissagen und Tagungen, sei ohne dazugehörige Bettenvermietung unmöglich.
Dem widerspricht unterdessen Hube: Der TSL sei durch die Politik ausgebremst worden und durfte nicht betriebswirtschaftlich handeln. „So muss z.B. der TSL durch einen Ratsbeschluss die Ärzte-Tagung sehr stark subventionieren oder die Ratssitzungen im HDI für einen lächerlichen Preis anbieten.“
Lösung von LPR ist ein Investor
Aber was ist die Lösung für das Problem? Alle Parteien und Insulaner sind sich einig, dass schnell etwas passieren muss. LPR ist der betont, dass das erarbeitete Ergebnis der Klausurtagung muss nicht zwangsläufig den Verkauf des HDI bedeuten müsse, alternative Lösungen wurden in eben dieser Arbeitssitzung besprochen und werden gerade rechtlich überprüft. Dennoch sprechen sie davon, dass man das HDI nur zukunftsfähig aufstellen könne, wenn ein Unternehmer gefunden wird, „der mit einer Belebung des Saalbetriebes gleichzeitig Übernachtungsgäste generiert“. Ob damit das Ergebnis der Klausurtagung feststeht und soeben preisgegeben wurde, wird sich Ende April/Anfang Mai zeigen.
