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Umfangreiche Baumfällung in Friedeburg Kranke Küstentannen weichen den Laubbäumen

Rainer Köpsell
Rückepferde ziehen die eingeschlagenen Stämme an die Wege und legen sie dort ab.

Rückepferde ziehen die eingeschlagenen Stämme an die Wege und legen sie dort ab.

Rainer Köpsell

Friedeburg - Wenn die Temperaturen sinken, der Saftfluss in den Bäumen nachlässt und im Herbst die Blätter fallen, beginnt im zentral in Friedeburg gelegenen Waldgebiet Stroot der Holzeinschlag. Kranke Bäume werden gefällt und einige Waldpartien durchforstet und aufgelichtet. Anders als in vielen niedersächsischen Wäldern werden diese Arbeiten nicht mit Großmaschinen ausgeführt. Forstwirtschaftsmeister und „Stroot-Manager“ Hans-Günter Willms ist mit Helm, Gehörschutz und Motorsäge unterwegs und fällt die mit weißen Farbmarkierungen bezeichnete Bäume. Immer in Begleitung einer weiteren Fachkraft, weil Sicherheitsgründe das verlangen.

„Zurzeit ernten wir vor allem Küstentannen, die kränkeln oder schon abgestorben sind. Danach werden wir eine Durchforstung in Buchenwäldern anschließen. Denn auch jüngere Laubwälder müssen im Stroot aufgelichtet werden, damit die verbleibenden Bäume weniger Konkurrenz haben, besser wachsen und auf Dauer stabiler werden“, erklärt der Forstwirtschaftsmeister die laufenden Pflegemaßnahmen des Landkreises Wittmund, der Eigentümer des Waldgebietes ist.

Waldentwicklung durch Holzernte

„Im Stroot verfolgen wir gemischte Zielsetzungen. Einerseits stark auf Naturschutz ausgerichtet; da sollen natürliche Prozesse möglichst ungestört ablaufen, und wir beobachten das. Wenn der Sturm einen großen, alten Baum umwirft, dann ist das so. Er bleibt liegen und Organismen, wie Insekten, Pilze und andere Kleinlebewesen, zersetzen ihn. Das sieht dann für Menschen erst mal wild und nicht aufgeräumt aus, hat aber großen Wert für die Artenvielfalt und die Stabilität des Lebensraumes. Zunehmend finden Waldbesucher auch Gefallen an diesem Hauch von Urwald im Stroot“, erläutert Finn Ahrens, der Leiter der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wittmund, das Entwicklungskonzept.

Andererseits brummt dort auch die Motorsäge und Bäume werden geerntet und verkauft. Holzeinschlag findet aber meist in den dichten Nadelwaldkomplexen statt. Aus Nordamerika stammende Bäume, wie Douglasie oder Küstentanne, die vor Jahrzehnten im Stroot angepflanzt wurden, werden mehr und mehr ausgedünnt und durch neu angepflanzte Laubbäume, wie Eiche oder Buche, ersetzt. Auch sind junge Bergahorn-Bäume willkommen, die sich oft ohne menschliches Zutun im Friedeburger Stroot ansamen.

Vielfältiger Mischwald entsteht

Seine Arbeit mal kurz unterbrechend, weist Forstwirtschaftsmeister Willms auf kleine Lücken im Wald hin, die durch den Holzeinschlag entstanden sind. Dort bekommen junge Bäume jetzt mehr Licht und nehmen ihre Wachstumschance sofort wahr. „So wandelt sich der Stroot allmählich zu einem Mischwald, in dem Laub- und Nadelbäume unterschiedlichen Alters gemeinsam leben. Eine größere Artenvielfalt, mehr Stabilität und Gesundheit sind die positiven Wirkungen unserer Pflegemaßnahme mit der Motorsäge“, erklärt Willms.

In ein paar Wochen werden dann, wie auch in den vergangenen Jahren, Spezialisten mit Kaltblutpferden kommen, die die eingeschlagenen Stämme an die Wege im Stroot ziehen. Dort wird das Holz zu Verkaufslosen konzentriert, die bei einer geplanten Brennholzversteigerung im Frühjahr dann angeboten werden.

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