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Umgehungsstraße liegt auf Eis Kein Weiterkommen beim Durchstich in Carolinensiel

Manfred Hochmann
Auf diesem Areal soll die Straße eigentlich verlaufen. Doch bislang schaut Carolinensiels Ortsvorsteher Simon Lübben nur auf eine Wiese. Wann hier Autos fahren, ist unklar.

Auf diesem Areal soll die Straße eigentlich verlaufen. Doch bislang schaut Carolinensiels Ortsvorsteher Simon Lübben nur auf eine Wiese. Wann hier Autos fahren, ist unklar.

Manfred Hochmann

Carolinensiel - Seit 13 Jahren wartet Carolinensiel-Harlesiel nun schon darauf, dass die Ortsumgehung vollendet und der „Durchstich“ vom Scheidemann-Kreisel zum Fähranleger endlich gebaut wird. 2011 erhielt die Stadt die Zusage aus dem Bundesverkehrsministerium für das Reststück. Doch bis heute hat sich nichts getan. Eigentlich sollten jetzt im Juni die Baufahrzeuge anrollen. Doch die Situation ist festgefahren, und das wird wohl noch einige Zeit so bleiben. Der Grund: Die Straßenbaubehörde in Aurich und zwei Landeigentümer konnten sich immer noch nicht auf einen Grundstückspreis für das benötigte Areal einigen.

Verhandlungen noch nicht abgeschlossen

Schon lange ringt die Stadt Wittmund darum, die Ortsumgehung im Zuge der Bundesstraße 461 zu verlängern und somit den Ortskern vom Fährzubringer-Verkehr zu entlasten. Der Bau der etwa 600 Meter langen Piste ist zwar schon lange genehmigt – aber wegen der unterschiedlichen Preisvorstellungen für die Grundstücke geht es nicht weiter. Frank Buchholz, Leiter der Behörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich, erklärt dazu auf Anfrage unserer Zeitung: „Die erforderlichen Grundstücksverhandlungen zum Bau der Verlegung der Bundesstraße 461 sind noch nicht abgeschlossen. Es erfolgen nach wie vor intensive Gespräche.“

Details zu den Inhalten könne er aber aufgrund des Daten- und Persönlichkeitsschutzes nicht mitteilen. Der Baubeginn für die Stichstraße hänge einzig und allein vom „erfolgreichen Abschluss der Grundstücksverfügbarkeit ab.“ Eine konkrete Zeitschiene zum Baubeginn könne er deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen, so Buchholz.

Ortsvorsteher frustriert

Das lange Warten sorgt für Verdruss – auch der Carolinensieler Ortsvorsteher Simon Lübben schiebt Frust. „Ich hoffe, dass sich beide Seiten endlich bewegen und sich einigen. Beide Seiten müssen klein beigeben. Wir brauchen den Durchstich.“ Auf keinen Fall dürfe es zu einem Enteignungsverfahren mit einem langen Rechtsstreit kommen. Erst nach dem Bau der Rest-Umgehungsstraße könne Carolinensiel/Harlesiel die weitere Ortsentwicklung vorantreiben und den Dorfkern verkehrsberuhigt umgestalten. „Aber im Moment können wir nicht einmal Fördertöpfe anzapfen, weil die Voraussetzungen fehlen“, sagt Simon Lübben.

Mit einem der drei Grundeigentümer hat sich die Straßenbehörde zwar einigen und somit schon mit Rodungsarbeiten beginnen können. Doch der Riesenanteil der Fläche ist immer noch im Besitz von zwei Grundbesitzern. Sie sollen im Schnitt 21 Euro pro Quadratmeter erhalten. Zum Vergleich: Als vor 14 Jahren der erste Teil der Umgehungsstraße gebaut worden ist, haben die Grundbesitzer 32 Euro pro Quadratmeter erhalten. Diese Preis-Diskrepanz sorgt für den bisher ungelösten Konflikt, ebenso auch teilweise der Zuschnitt der betroffenen Flächen. Gutachter taxieren den Preis für die Rest-Grundstücke aktuell auf mindestens 25 bis 30 Euro.

Appell des Bürgermeisters

Bürgermeister Rolf Claußen schüttelt den Kopf über die unendliche Geschichte. „Noch im März hat mir der Behördenleiter aus Aurich versichert, dass man bei den Grundstücksverhandlungen auf einem guten Weg sei. Doch danach sieht es jetzt nicht mehr aus.“

Es stehe nicht nur das Prädikat „Nordseeheilbad“ auf dem Spiel, sondern die Gesamtentwicklung von Carolinensiel. Weil jetzt gerade auch andere große Baumaßnahmen wie die Deicherhöhung, Bau der neuen Schleuse/Brücke in Angriff genommen werden, müsse auch endlich die Straße gebaut werden. „Ich fordere alle Beteiligten auf, sich nun kurzfristig zu einigen. Dann könnten wir alles in einem Rutsch in Angriff nehmen und müssten die Arbeiten nicht unnötig in die Länge ziehen“, sagt Claußen.

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