Esens - Seit Jahren ist bekannt, dass der Bahnhof in Esens – so wie er derzeit ist – nicht praktikabel ist. Schon einige Jahre nach der Fertigstellung vor etwa 20 Jahren sei aufgefallen, dass es beim Bahnhof „einige Schwächen“ gebe, sagt Stadtdirektor Harald Hinrichs. Deswegen sind in den vergangenen Jahren öfter die Rufe nach einer Umgestaltung des Areals laut geworden, auch die Firma Thalen Consult wurde beauftragt, sich mit alternativen Konzepten zu beschäftigen. Zu politischen Beschlüssen hatte es nicht gereicht, da vor allem die Kosten für die Stadt – man ging von über einer Million Euro aus – zu hoch seien.
Mehr Busse sollen in Esens halten
Nun wurde die alte Planung erneut im Bauausschuss vorgestellt, um in das alte Thema wieder neuen Schwung zu bringen. Denn die Zeit drängt: Der Landkreis will in den kommenden Jahren den ÖPNV ausbauen, sodass Busse regelmäßiger im Kreisgebiet unterwegs sind. Das bedeutet, dass auch in Esens am Esenser Bahnhof mehr Busse halten werden. „Klar ist, dass der Bahnhof bei einer künftig stärkeren Frequentierung durch Busse nicht so bleiben kann wie bisher“, betont Hinrichs.
Das Konzept von Thalen Consult sieht deswegen vor, dass es deswegen künftig zwei Busspuren geben soll sowie ich große Abstell- und Abschließmöglichkeiten für Fahrräder. Da man dafür mehr Platz bräuchte, müsste die Straße samt Radweg etwas versetzt werden. „Das ist eine Herausforderung“, urteilte Klaus Eiting von der Planungsfirma, da die Bahnlinie und der Kindergarten, zwischen denen die Straße verläuft, wenig Spielraum ließen. Es gibt auch eine zweite Option, wie das Gelände verändert werden könnte. Diese sieht vor, dass die Straße zwar bestehen bleibt, bisheriger Kurzzeitparkstreifen entlang der Straße zu Bushaltestellen umgewandelt werden und es zusätzliche Parkplätze östlich und westlich des Kindergartens gibt. Jedoch ist auch diese Möglichkeit zu teuer.
Keine Förderung für Parkplätze
Theoretisch könnte man bei solchen Baumaßnahmen Förderungen beantragen. Es gibt jedoch ein Problem dabei, wie der Stadtdirektor erläutert: „Das gesamte Bahnhofsareal ist noch nicht so alt. Insbesondere die vorhandenen Pkw-Parkplätze wurde schon einmal gefördert und die sogenannte Bindefrist dauert noch ein paar Jahre an.“ Zudem wurde in der Bauausschusssitzung von mehreren Seiten Bedenken geäußert, ob die derzeit etwa 50 Parkplätze nicht ausreichen würden und man einen Ausbau auf über 60 Plätze überhaupt anstreben müsse, wie derzeit in den Planungen vermerkt ist.
Thilo Thedinga von der SPD sprach davon, dass er es als nicht notwendig betrachte, eine „Politik für Autofahrer“ zu machen, die es für Menschen noch bequemer mache, das Auto zu nehmen. Martin Mammen (Grüne) führte an, dass alles mit einer potenziellen Reaktivierung der alten Bahnstrecke vereint werden müsste und Ingo Janssen von der EBI brachte ein, dass der Verkehr während der Baumaßnahme so wenig wie möglich gestört werden solle. Siebo Siebelts (CDU) verwies noch einmal auf die „horrende Summe“, die die Stadt nicht aufbringen könne. All diese Punkte nimmt Stadtdirektor Harald Hinrichs nun mit und versichert: „Wir werden noch einmal prüfen, wie man mit einem vertretbaren Aufwand eine Optimierung hinbekommen kann.“
