Marx - Nach der ersten Prospektion und dem Abtragen des Bodenaufbaus im vergangenen Jahr wurden die verfärbten Bereiche im Boden lokalisiert und dort Schnitte angelegt, um ein dreidimensionales Profil zu erhalten.
Alle Verfärbungen und Funde werden mittels GPS und auf Digital-Fotos sehr genau eingemessen und dokumentiert. Das heiße Wetter macht dem Grabungsteam allerdings zu schaffen, da die abgeschobenen Böden schnell austrocknen und der Kontrast so nachlässt. Deshalb werden zusätzlich Zeichnungen angefertigt. Partien, die gerade nicht bearbeitet werden, sind zunächst abgedeckt.
Die dokumentierten Erkenntnisse dienen später dazu, sich ein Bild von der einstigen Nutzung des Areals zu machen. Jeder Fund – fast von bestimmten Sandkörnern bis zu großen Scherben – wird gewaschen, datiert und in einem sogenannten Befundbuch zusammengetragen. Nach dem Zusammenfügen der „Puzzlesteine“ kann der Handwerkerplatz beschrieben werden.
„Die Absprache mit dem Friedeburger Bauamt hat uns richtig Freude gemacht“, erklärte Archäologin Dr. Sonja König. Die Gemeinde habe sechs Grabungshelfer finanziert, die zunächst für drei Monate unter Anleitung eines hauptamtlichen Grabungstechnikers werktäglich mitzuhelfen. „Die Leute zeigen Interesse, haben Spaß und können nach der Einweisung auch etwas.“
Das bestätigt Christina Rieniets. „Hier kann man richtig viel lernen.“ Und Thomas Haehner ist stolz, dass er jetzt den Pantographen bedienen kann, mit dessen Hilfe Lokalisierungen im Grabungsfeld im Maßstab 1: 50 gezeichnet werden können. „Das ist deutlich mehr, als wir erahnt haben“, zeigte sich Bürgermeister Helfried Goetz bei einem Besuch im Kreis der Ratsmitglieder begeistert. Ortsvorsteher Arthur Engelbrecht kann sich vorstellen, die Funde später einmal auszustellen bzw. die Erkenntnisse öffentlich darzustellen.
