Esens - „Die Kunden nutzen uns – wir sind sehr zufrieden.“ So lautete die menschliche Bilanz von Jan-Siefke Dirks und Helmut Hicken, beide im Vorstand der Volksbank Esens, wenn sie über das vergangene Geschäftsjahr sprechen. „Das Geschäftsjahr 2022 war geprägt durch einen beachtlichen Zinsanstieg“, berichtet die Volksbank Esens. Trotz des anhaltenden Ukraine-Krieges und der Entwicklung auf den Finanzmärkten hätte sich die Bank am Markt weiterhin gut behaupten können. Deswegen sieht die numerische Bilanz von 2022 ebenso gut aus.
Der Aufsichtsratvorsitzende Rainer Vogt begrüßte die anwesenden Mitglieder und geladenen Gäste am Dienstag in der „Alte Schmiede“ in Middels.
Die Bilanz für das Jahr 2022 wurden ebenso vorgestellt wie die kommenden Projekte. Außerdem wurde dem Vorstand und dem Aufsichtsrat von der Generalversammlung einstimmig Entlastung erteilt.
Durch Ablauf der Wahlzeit schieden in diesem Jahr die Aufsichtsratsmitglieder Hermann Becker und Peter Wettstein turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat aus. Eine Wiederwahl war möglich. Beide Aufsichtsratsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt.
Zum Schluss wurden Kerstin Spilker und Carsten Molitor für ihre zehnjährige Betriebszugehörigkeit geehrt.
Das Kreditgeschäft
So konnte die Bank einen Zuwachs von 7,3 Prozent im Kreditgeschäft verzeichnen. Das bedeute einen Anstieg von 12,3 Mio. Euro. Vor allem im Bausektor wurden im letzten Geschäftsjahr vermehrt Kredite nachgefragt, wobei die Nachfrage im privaten Wohnungsbau seit Mitte des letzten Jahres merklich nachgelassen hab. „Das ist vor allem auf das erhöhte Zinsniveau bei noch immer hohen Baukosten zurückzuführen“, erklärt Dirks die Entwicklung.
Kundeneinlagen
Das Einlagengeschäft sei sogar noch stärker gewachsen. Die Kundeneinlagen wuchsen um 23 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Dies bedeutet ein Wachstum von 9,6 Prozent. Vor allem zwei Gründe seien hier entscheidend gewesen, berichtet Hicken. „Durch die Inflation sind die Menschen vorsichtiger geworden. In Krisen geben Menschen erfahrungsgemäß weniger aus und das Geld auf dem Konto bleibt eher unangetastet.“ Der andere Grund sei, dass die Bank auf den Inseln Langeoog und Borkum viele Neukunden gewinnen konnte.
Die Bilanzsumme
Durch das Wachstum im Kredit- und Einlagengeschäft konnte die Bilanzsumme so um 25 Mio. Euro auf nunmehr 335,9 Mio. Euro gesteigert werden. Zur Einordnung: Die Bilanzsumme hat sich in den letzten 14 Jahren mehr als verdoppelt und „das alles aus eigener Kraft“, freut sich der Vorstand. Auch die Ertragslage hat sich im Wirtschaftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr nochmal verbessert. Der Jahresüberschuss beträgt 1.456 TEUR.
Dahingehend haben Vorstand und Aufsichtsrat bei der Generalversammlung in dieser Woche, wie im Vorjahr, eine Dividende von 4 Prozent vorgeschlagen. Diesem Vorschlag wurde einstimmig zugestimmt.
Krisenzeiten – auch für Banken
Dass diese positive Bilanz nicht selbstverständlich ist, wissen Dirks und Hicken. „Krisen sind nie gut für Banken“, sagt Dirks. Dass es trotzdem ein gutes Jahr gewesen sei, liegt auch an der wirtschaftlichen Stärke der Region. Hicken: „Wir sind eine kleinere Bank, die an der Küste aktiv ist. Hier gibt es den touristischen Bereich“ – und dieser laufe generell auch in kleineren Krisen verlässlich weiter.
