Wagnersfehn - In nunmehr 90 Lebensjahren bestimmten zwei Stationen das Leben von Gerda Renken: die Zeit von der Geburt bis zur Ehe in Jackstede – und die Zeit nach der Heirat in Wagnersfehn.
Als Frühchen geboren
Die heutige Jubilarin kam im strengen Winter am 13. Januar 1933 als Älteste von drei Kindern der Landwirtsfamilie Rahmann in Jackstede zur Welt. „Ich war ein Frühchen. Meine Tante erzählte mir oft, dass ich so klein gewesen bin, dass ich in eine Zigarrenkiste hätte passen können. Zudem mussten meine Finger und Zehen jeweils mit Watte auseinandergehalten werden”, so Gerda Renken. Zwei Brüder sollten noch folgen.
Zur Schule ging es nach Negenbargen, konfirmiert wurde sie in Burhafe. Es folgte die einjährige Landwirtschaftsschule in Esens, auch „Puddingschule” genannt , wo ihre Eltern sie im Anschluss auch zu Nähkursen schickten. Danach war sie im Haushalt und im landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern tätig.
Auf den Schulfreund ihres Bruders, Hermann Renken aus dem Moorweger Ortsteil Wagnersfehn, hatte die junge Gerda bereits seit längerer Zeit „ein Auge geworfen”, und beim Tanzvergnügen bei „de Buhr” in Burhafe hat es dann so richtig „gefunkt”. Nach der kirchlichen Trauung in Burhafe im November 1963 zog die junge Braut dann zu ihrem Hermann, der mit seinen Eltern ebenfalls einen landwirtschaftlichen Betrieb führte. Auf dem Hof lebten nunmehr sie und ihr Ehemann, die Schwiegereltern, ein weiterer Schwager und zwei Schwägerinnen.
1964 wurde dann Sohn Dirk-Wilhelm geboren, dem 1965 Tochter Anja und 1969 Tochter Ina folgten.
Da der Schwiegervater Bürgermeister der Gemeinde Moorweg war, durfte Gerda fortan über lange Zeit etliche Bürosachen für ihn erledigen. Während Kindererziehung und die Arbeit im Milchviehbetrieb, nebst Schweine- und Hühnerhaltung die Tätigkeit von Gerda und Hermann Renken bestimmten, sorgte das Kegeln für einen Ausgleich. Gemeinsam mit dem Ehemann, Geschwistern und Freunden wurde vor über 50 Jahren der Kegelclub „Polterglück” gegründet. Weit über vier Jahrzehnte war Gerda Renken dann auch aktives Mitglied im Esenser Landfrauenverein.
Ausflüge nach Thüringen
Mehrmals machte das Paar einen Ausflug nach Thüringen, um einen ehemals in den Kriegs- und Nachkriegsjahren stationierten Soldaten, der auf dem Renken-Hof aushalf, zu besuchen. Im Jahr 2004 erlitt die heutige Jubilarin einen herben Schicksalsschlag, als nach mehr als 40 Ehejahren der Ehemann verstarb. Dass der Sohn mit Lebensgefährtin mit im Hause wohnen, erleichterte die schwere Phase. Noch immer lebt Gerda Renken eigenständig im eigenen Wohnumfeld und erfreut sich über die täglichen Besuche ihrer Kinder, Schwiegerkinder, sechs Enkelkinder, eines Urenkels (der zweite ist unterwegs) und der vier Hunde. Denn gerade das tägliche Miteinander von Familie und Tieren macht Gerda Renken glücklich.
