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70. Blütenfest Königshaus-Begleiterin ist die „Frau für alle Fälle“

Wiesmoor/Ardorf - Taschentücher, Blasenpflaster, Autogrammkarten, Kopfschmerztabletten, Nähzeug, Sicherheitsnadeln und Mund-Nase-Masken. Dies und noch einiges mehr findet sich in einer Handtasche, die Karin Bittner-Deyerling immer griffbereit hat. Denn Repräsentationseinsätze des Wiesmoorer Königshauses kommen manchmal spontan, und die Ardorferin ist die einfühlsame wie erfahrene Betreuerin, die auf manche Eventualität vorbereitet ist.

Bittner-Deyerling kennt das Metier um das Blütenkönigshaus wie aus der Westentasche. Denn sie selbst hat in jungen Jahren schon zweimal dem Königshaus angehört. „Drei Mal stand ich sogar auf der Freilichtbühne“, berichtet die heute 56-Jährige. Bei der ersten Bewerbung im Jahr 1987 sei sie gar nicht gewählt worden, beim zweiten Mal landete sie auf Platz vier. „Und weil eine der Hofdamen, wie die Prinzessinnen seinerzeit genannt wurden, einmal keine Zeit hatte, bin ich ersatzweise in das dreiköpfige Königshaus eingerückt.“ 1989 schließlich ließ sich das Publikum von der aus Leerhafe stammenden Karin Bittner begeistern; sie wurde zur Hofdame gekürt.

Miteinander begeistert

Dass beim Blütenfest an die 1000 Ehrenamtliche in vielen Teilbereichen zum Gelingen des Wiesmoorer Aushängeschildes beitragen und organisatorische Details wie Zahnräder ineinandergreifen, hat Karin Bittner-Deyerling seinerzeit begeistert. Sie engagierte sich in der Nachfolgezeit dort, wo Hilfe benötigt wurde. „Einmal habe ich Moderator Wolfgang Malzahn auf der Freilichtbühne assistiert, dann Spielmannszüge begleitet und die Mädchen der auswärtigen Königshäuser betreut“, zählt sie auf.

Und als gelernte Erzieherin, Leiterin des Ardorfer Kindergartens und zweifache Mutter besaß sie schließlich die soziale Kompetenz, das Blütenkönigshaus mitzubetreuen – an der Seite von Helga Aden. Ein Ehrenamt vom Blütenfest an über das ganze Regentschaftsjahr. Auswärtige Termine der Blütenkönigin übernahm Karin Bittner-Deyerling bald ganz; mit den Jahren kamen immer mehr Teilaufgaben ihrer Vorgängerin, der „Königin-Mutter“, hinzu, wie sie bis heute liebevoll gerufen wird.

„Als Helga einmal krank war, konnte sie nicht mit zur Partnerstadt fahren – da bin ich eingesprungen“, erinnert sich Bittner-Deyerling an 1994. Seither steht sie dem neu gewählten Repräsentanten-Trio in vielen Fragen zur Seite.

Immerhin ist die Situation für die jungen debütierenden Schönheiten neu, während die Betreuerin das Metier seit Jahren aus dem FF kennt. Am Ende eines Dienstjahres aber, darin ist sich die 56-Jährige sicher, würden drei an Selbstständigkeit gereifte Persönlichkeiten das Ornat wieder abgeben. Schon vor der Wahl rate sie den Bewerberinnen, sich bei der Wahl auf der Freilichtbühne wie während des Präsentationsjahres nicht zu verbiegen, sich natürlich zu geben. „Das kommt immer am besten an.“

Absprache per Handy

Mittlerweile hat sich Helga Aden weitestgehend aus ihrer jahrzehntelangen Betreuerfunktion zurückgezogen, und Karin Bittner-Deyerling ist die maßgebliche Koordinatorin, die mittlerweile via Whatsapp-Gruppe mit den aktuellen Königshausmitgliedern kommuniziert.

„Das beginnt schon am Tag der Kandidatinnenvorstellung.“ Die Bewerberinnen könnten von der ersten Stunde an jegliche Fragen stellen, die sich in der Anfangsphase meist um zeitliche Abläufe und Kleidung drehen. „Und wir teilen den Mädchen noch vor der Wahl mit, welche Termine im Jahresverlauf auf sie zukommen könnten“, betont die ehrenamtliche Betreuerin. Sandra Bolinius, Mitarbeiterin im Team der Touristik in der Blumenhalle, unterstütze sie hierbei sehr.

Karin Bittner-Deyerling hilft mit, dass die drei Repräsentantinnen der „Blüte Ostfrieslands“ ihren in gewöhnlichen Jahren 40 Termine umfassenden Marathon ohne Komplikationen, dafür mit Freude an der Sache durchstehen. Immerhin gilt es, mit der Bahn zur Grünen Woche nach Berlin zu fahren, das Auto in die Wiesmoorer Partnerstadt Budenheim zu steuern oder sich auf die Begegnung mit Ministerpräsident Stephan Weil vorzubereiten. „Manchmal muss man sehr flexibel sein“, weiß die Ardorferin, die für ihre Herzensangelegenheit gerne Freizeit und Urlaub einsetzt.

Mädchen vorbereiten

Sie habe im Blick, ihr royales Trio immer auch auf eventuell eintretende heikle Situationen vorzubereiten, da auf Veranstaltungen zuweilen Alkohol getrunken wird, berichtet Bittner-Deyerling, die einen Mutter-Instinkt mitbringt. „In der Regel hinterfrage ich vor allem, ob die Mädchen warm genug angezogen sind und bequeme Schuhe tragen.“ Denn beispielsweise auf Messen müsse das Königshaus schon einige Kilometer zurücklegen.

Und wenn einmal etwas Unvorhergesehenes passiert, hilft die besagte Handtasche von Karin Bittner-Deyerling bestimmt weiter.

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund
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