Neßmersiel - Er hat sich lange überlegt, ob er darüber sprechen soll. „Aber ich habe in letzter Zeit so viele Anfragen aus der Bevölkerung und von Kameraden bekommen, dass ich einfach etwas zum Thema Feuerwehrhaus sagen muss“, sagt Dietmar Helmers. Und so hat der Ortsbrandmeister der Feuerwehr Neßmersiel auf der Jahreshauptversammlung am Samstag das Thema auf die Tagesordnung gebracht. Er schilderte die Chronik der Diskussion und den aktuellen Stand. Und der sieht so aus: Die Feuerwehren Nesse und Neßmersiel sollen in einem gemeinsamen Feuerwehrhaus zusammengelegt werden.
Standort unklar
Wo das Haus gebaut werden soll, ist unklar. Die Verwaltung hat ein Ingenieurbüro damit beauftragt, Pläne für ein Grundstück in Nesse und eines in Neßmersiel zu erstellen. Die Lokalpolitiker entscheiden auf dieser Basis, wo gebaut wird. Für die Feuerwehren bedeutet das: abwarten. Ihnen seien derzeit die Hände gebunden, sagt Dietmar Helmers.
Die Position der Feuerwehr ist unverändert: Der Ortsbrandmeister betonte auch in der Versammlung, dass die Gemeinde fünf Feuerwehrhäuser an fünf Standorten braucht. Das stünde übrigens auch so in dem Feuerwehrbedarfsplan aus dem Jahr 2017. Alle fünf Standorte seien notwendig, um die Hilfsfristen einhalten zu können. Einmal angenommen, das Feuerwehrhaus würde in Nesse gebaut und das in Neßmersiel geschlossen. Da müsse man sich laut Helmers fragen, ob auf Sicherheit verzichtet werde – auf die Sicherheit der Einheimischen und der Touristen. „Im Sommer sind in Neßmersiel drei mal mehr Menschen als im Winter“, macht Helmers eine Rechnung auf und unterstreicht die Bedeutung eines Feuerwehrhauses vor Ort.
Der Tenor am Samstag war daher eindeutig: „Wir kämpfen dafür, dass wir unser Feuerwehrhaus behalten“, betonte Dietmar Helmers Sowohl die Wehr in Nesse als auch die in Neßmersiel sei in Sachen Personal und Ausbildung sehr gut aufgestellt. „Es wäre fatal, die Feuerwehren zusammenzulegen.“
„Viele hören dann auf“
Doch was ist, wenn genau das passiert? Viele Feuerwehrmänner und -frauen würden diesen Weg nicht mitgehen. „Das ist so. Viele sagen, dass sie dann aufhören“, sagt Dietmar Helmers später am Telefon. „Das ist keine Drohung“, schiebt der Ortsbrandmeister hinterher. Aber für viele Mitglieder sei diese Diskussion und das Hin und Her „ein Tritt in den Hintern“.
Darüber hinaus stehe noch nicht einmal fest, ob der Landkreis Aurich als Aufsichtsbehörde einer Zusammenlegung zustimmt. Das werde aber erst nach den Planungen geprüft. Dietmar Helmers fürchtet, dass dieser Plan nach hinten los geht. Bei einer Absage durch den Kreis müsste wieder neu geplant werden – und das kostet Geld. Kreisbrandmeister Dieter Helmers hielt sich in der Sitzung bedeckt. Er hoffe, dass alles auf „den richtigen Weg“ gebracht werde. „Mehr darf und kann ich vonseiten des Landkreises nicht dazu sagen.“

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