Wittmund - Die Unsicherheit war groß bei den Johannitern. Wird es auch in diesem Jahr wieder möglich sein, ausreichend Lebensmittel- und Hygieneartikel gespendet zu bekommen, um zahlreiche bedürftige Menschen in Osteuropa unterstützen zu können? „Die Menschen in Deutschland haben aufgrund der hohen Energiekosten, der Inflation und anderen Dingen vielfach eigene Probleme“, erklärt Christiane Willuweit vom Ortsverband Oldenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe. Sie ist Projektleiterin des Johanniter-Weihnachtstruckers in Weser-Ems.
Unterstützung ist nötiger denn je
Trotzdem war die Bereitschaft zur Hilfe weiterhin sehr groß. „Es freut uns sehr, dass wir wieder so viel Unterstützung und Zuspruch erhalten haben und sich so viele Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen am Weihnachtstrucker beteiligt haben“, sagt Christiane Willuweit. Denn die Hilfe ist nötiger denn je. Insgesamt 718 Pakete im Wert von jeweils rund 40 Euro schicken die Johanniter aus Weser-Ems auf den Weg. Jedes gefüllt mit dem Lebensnotwendigen für eine Familie. Willuweit, die hauptamtlich im Rettungsdienst der Johanniter in Oldenburg arbeitet, hat sich Urlaub genommen und fährt selber im Konvoi mit.
Am zweiten Weihnachtstag ging es morgens um 8 Uhr los auf die beschwerliche, 1900 Kilometer lange Reise in das Johanniter-Logistikzentrum in Bistritz in Rumänien. Start war das Sammellager in Wunstorf am Steinhuder Meer. Der Konvoi umfasst drei 40-Tonner-Laster und zwei Begleitfahrzeuge. An Bord sind rund 7000 Pakete, die in ganz Niedersachsen und Bremen gesammelt wurden.
Verteilung vom Logistikzentrum aus
Vom Logistikzentrum in Bistritz sind bereits seit Anfang des Ukraine-Krieges mehr als 40 Johanniter-Hilfstransporte in die Ukraine gestartet. Langjährige Partner wie das Deutsch-Ukrainische Forum organisieren zusammen mit den Johannitern den Transfer der Hilfsgüter innerhalb der Ukraine.
Über Bistritz gelangen jetzt die Weihnachtstrucker-Pakete unter anderem nach Odessa, Poltawa, Kiew, Schytomyr oder Ivano-Frankiwsk. Zur Verteilung der Pakete werden die Johanniter auf die noch bestehenden ukrainischen Logistikketten zurückgreifen. „Stellvertretend für alle Johanniter-Weihnachtstrucker, Unterstützer und Spender bringen wir die Pakete in Grenznähe zur Ukraine. Und das mit dem Gefühl, dass wir gemeinsam etwas bewegen können“, sagt Konvoileiter Christian Hoffer vom Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer.
Gesammelt wurdein allen Ortsverbänden
Gesammelt wurde in vielen Ortsverbänden in Weser-Ems. Die meisten Pakete hat der Ortsverband Garrel beigetragen, der Sammelaktionen in örtlichen Supermärkten durchgeführt hat. 364 Pakete hat das Team um den Ortsbeauftragten Andreas Rempe gesammelt. Der Ortsverband Hude hat 64 Pakete beigesteuert, Wittmund 40, Edewecht 20, Stadland 19, Osnabrück 18, Nordenham und Delmenhorst jeweils 17 Pakete, Ems-Vechte sieben und Emden vier.
Weitere Paketspenden kamen von Unternehmen wie der Firma Depenbrock in Oldenburg/Hatten, deren Belegschaft zusammen 30 Pakete packte, der Firma Cewe mit 19 und die IGS Zetel mit 15 Paketen.
Weitere Pakete haben Johanniter in Einrichtungen in Oldenburg gepackt, darunter Kinder der Kitas Am Bürgerbusch, Am Deelweg, Unter den Eichen (Sandkruger Straße) und Adenauerallee. Auch die Bewohner des Wohnens mit Service im „Alten Stadtmädchen“ und die Gäste der Tagespflege „Am Bürgerbusch“ haben Pakete zusammengestellt, die jetzt auf die Reise über Wunstorf und Rumänien in die Ukraine gehen.
