Wittmund - Es verbreitete sich Freitagabend wie ein Lauffeuer in den sozialen Medien. Im Krankenhaus Wittmund kam es zu einem Großeinsatz. Ein 20-jähriger Mann kam in die Notaufnahme und bedrohte dort das Klinikpersonal mit einem Messer.
Während sich Gerüchte verbreiteten, es handele sich um einen Amoklauf, war die Polizei schon vor Ort. Das ist passiert: Gegen 19 Uhr kam ein 20-Jähriger zu Fuß in die Notaufnahme und klagte über Beschwerden. Als sich die Pfleger ihm annehmen wollten, zog er ein von zu Hause mitgebrachtes Klappmesser und bedrohte die Hilfskräfte, wie Stephan Zwerg, Leiter der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund auf Nachfrage erklärte.
Schließlich verbarrikadierte sich das junge Mann in einem der Zimmer in der Notaufnahme und verletzte sich selbst. Er fügte sich Schnitte an Unterarmen und Hals zu, die aber nicht lebensbedrohlich waren. Die Polizei war schnell vor Ort. 16 Beamte aus Wittmund, Aurich, Norden und Wiesmoor sowie ein Hundeführer sicherten das Krankenhaus und die Station der Notaufnahme. Als der 20-Jährige, der als psychisch krank bekannt ist, sich noch mit Spritzen verletzen wollte, stürmten die Polizisten das Zimmer. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand, wie Polizeidirektor Zwerg berichtete. Der Mann wurde in eine psychiatrische Klinik gebracht.
Der Einsatz konnte um 21.30 Uhr beendet werden. Patienten wurden nicht evakuiert. Die Notaufnahme war aber bis 0 Uhr aus dem System der Leitstelle abgemeldet, wie Klinik-Geschäftsführer Ralf Benninghoff auf Nachfrage bestätigte. Er lobte das besonnene Handeln der Pflegekräfte. „Das ist für alle eine sehr belastende Situation gewesen“, so Benninghoff, der selbst nicht vor Ort war. Sein Stellvertreter Stephan Rogosik sowie die Pflegedienstleitung kamen schnell zum Einsatzort. Am Montag sollen die Schäden im Behandlungszimmer, in dem sich der 20-Jährige verbarrikadiert hatte, aufgenommen werden.
