Wittmund/Carolinensiel - Landkreis und Stadt Wittmund, die zusammen mit dem Förderkreis einen Zweckverband bilden, stehen vor einem großen finanziellen Problem beim Deutschen Sielhafenmuseum in Carolinensiel.

Nachdem im November 2021 Mittel aus dem Förderprogramm der NBank zur Finanzierung der Umgestaltung des Museums abgerufen worden sind, dauerte es allein schon fast ein Jahr, bis man jetzt im September überhaupt eine Antwort erhielt. Und das stimmte Tobias Habben, eingesetzt auf der Stabsstelle Digitales und Wirtschaft bei der Stadt Wittmund, alles andere als glücklich. Die NBank nämlich hat einen Teil der Gesamtförderung, die schon mit 1,26 Millionen Euro seit zwei Jahren zugesagt ist, auf den Prüfstand gestellt. Von den Mitteln, abgerufen werden sollten 315 000 Euro, wurden gerade einmal 55 000 Euro ausgezahlt. „Damit das Museum liquide bleibt, haben wir als Stadt dieses Jahr eine Million Euro überwiesen“, sagt Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen. Denn die Handwerker, die am Groot Hus und im Kapitänshaus tätig waren, wollen ihr Geld schließlich auch haben. Die NBank aber prüfe, so Habben und Claußen, ob die Ausschreibung der Planungsleistungen vor drei Jahren nicht hätte europaweit erfolgen müssen, da eine bestimmte Summe überschritten worden ist. „Wir waren damals rechtssicher und hatten Zusagen von insgesamt neun Förderern für das 2,2-Millionen-Euro-Projekt Umgestaltung des Museums“, sagt Claußen.

Am Freitag trafen sich der Bürgermeister, Landrat Holger Heymann und Tobias Habben als stellvertretender Zweckverbandsgeschäftsführer mit der Landtagsabgeordneten Karin Emken (SPD) und dem Niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies im Museum. Unterstützt von Museumsleiterin Dr. Heike Ritter-Eden sprachen die Teilnehmer über die unbefriedigende Fördermittelsituation. „Unsere Lösungsvorschläge wurden vom Minister mit nach Hannover genommen“, sagt Claußen. Er und auch der Landkreis hoffen nun auf eine zeitnahe positive Nachricht.

Förderungen für Projekte auf kommunaler Ebene zu erhalten – das wird immer positiv aufgenommen. „Die Anträge aber zu stellen, ist mit so vielen bürokratischen Hürden verbunden, dass viele Städte und Gemeinden gar keine Gelder aus den verschiedenen Töpfen mehr haben wollen“, so Claußen.

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales