Wittmund - Mittwoch ist im Krankenhaus Wittmund Currywurtstag. „Das wird auch so bleiben“, sagt Sven Jacobi, Küchenchef der Klinik. Seit Montag betreibt er das Café im Foyer selbst. Das heißt, es ist kein Pächter mehr am Haus, der für die Gastronomie zuständig ist. „Als der Pächter uns sagte, dass er Ende November aus Altersgründen aufhören möchten, haben wir uns schnell überlegt, das Café selbst zu betreiben“, erklärt der stellvertretende Krankenhaus-Geschäftsführer Stephan Rogosik.
Vier neue Teilzeitkräfte
Und so wurden vier neue Teilzeitkräfte eingestellt, die sich jetzt um die Kunden werktags von 9 bis 17 Uhr und am Wochenende von 9.30 bis 17 Uhr kümmern. „Eine der Café-Angestellten haben wir übernommen“, so Rogosik. Neu ist in der kleinen Gastronomie mit 24 Sitzplätzen innen, dass die Mitarbeiter hier auch Essen aus der Großküche ordern können. Bislang kauften sie sich Wertmarken und bestellten ihre Speisen in der Küche direkt. In einem angrenzenden Aufenthaltsraum wurden die Gerichte dann ausgeliefert. „Das ist auch jetzt noch so, aber die Klinikbeschäftigten können nun auch spontan ins Café kommen und ihr Essen dort abholen und direkt bezahlen – ohne Voranmeldung“, sagt der 42-jährige Küchenchef. Natürlich muss Sven Jacobi jetzt vieles überdenken und bemessen. „Dienstag gab es Schnitzel mit Kartoffelsalat, das war sehr schnell ausverkauft“, sagt der Koch. Und so wird er nun erst einmal viele Erfahrungswerte sammeln. Neu bei dem Konzept der Verpflegung der Angestellten ist die Kalkulation. Sonst kosteten zum Beispiel Grünkohl und Milchreis dasselbe, jetzt rechnen wir neu – nach Wareneinkauf“, sagt Sven Jacobi. Damit ist das Essen aber bei weitem immer noch günstig. Im Schnitt kostet die Verpflegung 4,50 Euro. Zwischen 12 und 13.30 Uhr ist dann Essensausgabe. Natürlich ist das Café öffentlich. „Aber wir wollen der Gastronomie vor Ort keine Konkurrenz machen“, ergänzt Jacobi. Denn in erster Linie soll das Café für Patienten sowie deren Besucher und für Mitarbeiter sein.
Regional und nachhaltig
Nach wie vor – genau wie in der Großküche – spielen für Sven Jacobi Regionalität und Nachhaltigkeit eine große Rolle. „Wenn möglich, kommen die Zutaten von hiesigen Händlern, so wie unser Fleisch oder auch die Currywurst“, sagt der Küchenchef. Und natürlich sind auch Mehrwegverpackungen und Kaffeebecher eine Selbstverständlichkeit.
Im Schnitt werden in der Großküche pro Tag 280 Essen für Patienten und Angestellte gekocht. „An einem Mittwoch, dem Currywursttag, sind es aber dann schnell 350“, sagt Jacobi und lacht. Und er freute sich, denn einer der Ärzte lobte gestern schon die Wurst. „Nicht so scharf wie früher, aber dafür eine sehr schöne fruchtige Soße“.
