Wittmund - Wo Müll hingehört, wissen Kinder schon genau – in die Tonnen zur Abfallentsorgung, die Mitarbeiter der Müllabfuhr abholen. Unrat darf nicht achtlos in die Natur geworfen werden. „Alte Äpfel, Birnen und Bananenschalen gehören in die Biotonne“, sagt ein Grundschüler. Die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Willen haben mit dem Team des Naturschutzhofs am Wittmunder Wald am Freitagvormittag ihre Funde untersucht, die sie zuvor eingesammelt hatten.
Am Samstag geht die Gemeinschaftsaktion „Frühjahrsputz 2022“ weiter. Kinder und Erwachsene aus den Landkreisen Wittmund und Friesland sowie der Stadt Wilhelmshaven säubern die Natur am Freitag und Samstag zum 24. Mal. Zur Auftaktveranstaltung am Freitagvormittag begrüßte Werner Ihnken als stellvertretender Landrat des Landkreises Wittmund die Vertreter der verschiedenen Orte und Organisationen.
Fast 10.000 Sammler
Für dieses Jahr haben sich insgesamt 9940 Menschen angemeldet: im Landkreis Wittmund rund 3400, im Landkreis Friesland 5338 und in Wilhelmshaven 1210. Rund 80 Prozent sind Kinder und Schüler.
Die letzte Sammlung fand 2019 statt, danach war Corona-bedingt Pause. In dem Jahr machten in den Regionen etwas mehr als 10 000 Menschen mit: Im Landkreis Wittmund sammelten 3500 Kinder und Erwachsene rund fünf Tonnen Müll ein. Im Landkreis Friesland trugen 5750 Menschen etwa 4,5 Tonnen Unrat zusammen und in der Stadt Wilhelmshaven sammelten 1500 Einwohner 2,7 Tonnen Zigarettenkippen, Papier, Plastik und mehr.
„Die Menge verdeutlicht, wie wichtig diese Aktion für die Natur ist. Wir wollen unsere Artenvielfalt erhalten. Bei den Kindern wollen wir das Bewusstsein schaffen, wohin der Müll gehört“, sagte Ihnken.
Grundschüler helfen
Mit ihren Lehrern Dennis Hübner und Claudia Nachtigal sind die Dritt- und Viertklässler aus Willen bei sonnigen Frühlingswetter entlang der B 210 gelaufen. „Wir haben sogar ein altes Schild gefunden“, sagt eine Schülerin. Zigaretten haben die Schüler auch viele eingesammelt, wie ihre Lehrerin erzählt. Eifrig sortierten die Kinder ihre Funde aus großen blauen Säcken nach Material zu kleinen Müllbergen.
Die vier Klassen der Grundschule waren in Willen, Angelsburg und im Wittmunder Wald unterwegs. „Gefunden wurden neben Zigarettenresten hauptsächlich Mundschutzmasken, aber auch Radkappen und Styroporplatten“, schreibt Michaela Arndt von der Grundschule. Belohnt wurden alle Kinder nach der Sammlung mit Hotdogs, gespendet vom Bürger- und Heimatverein Willen.
