Wittmund - Im Polizeikommissariat Wittmund stehen elf menschenhohe Stellwände. Darauf abgebildet: eine Person, der Name sowie das Herkunftsland und eine Botschaft. Sie haben alle etwas gemeinsam – die abgebildeten Menschen sind Migranten. Alle haben eine andere Herkunft und jeder hat eine individuelle Geschichte zu erzählen. Die Stellwände sind Teil der Wanderausstellung „In Huus“, die am 22. Februar im Eingangsbereich des Wittmunder Rathauses gezeigt wird.
„Die Ausstellung zeigt, wie vielschichtig das Thema Migration ist. Die Menschen berichten in einer Broschüre über ihre Erfahrungen und Beweggründe für ihre Migration nach Deutschland. Sowohl über die schönen als auch negativen Momente“, erklärt der Leiter der Polizeidienststelle Wittmund, Andreas Jacobs.
Ausstellung erweitert
Es gehe nicht nur um Kriegsgeflüchtete; die Ausstellung zeigt, dass es viele Gründe für Migration gibt. Und sie soll diesen Menschen ein Gesicht gegeben. Zuvor wurde „In Huus“ bei der Polizei in Aurich ausgestellt. Entwickelt wurde das Projekt von Jugendlichen aus Norden. Die Stadt habe einen vergleichsweise hohen Migrationsanteil. „Migration ist der Normalfall. Dieser oft gehörte wie wahre Satz wird gleichwohl wenig konkret, wenn er nicht einzelne Schicksale in den Blick nimmt“, heißt es in der Broschüre. Zunächst haben die Jugendlichen mit elf Migranten gesprochen und ihre Ergebnisse in der Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld in Emden ausgestellt. Bis zur Eröffnung im Rathaus wird „In Huus“ auf 20 Porträts erweitert.
Im Landkreis Wittmund leben Menschen aus mehr als 100 Ländern. Daher sei das Thema Integration und Migration immer aktuell und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: „Die Menschen sollen wieder miteinander ins Gespräch kommen und sich mit dem Thema Migration auseinandersetzen. Ich freue mich, dass die Ausstellung im Rathaus gezeigt wird – dem Ort in Wittmund, an dem Menschen sich begegnen“, sagt der Bürgermeister Rolf Claußen. „In Huus“ soll rund um den Bürgerservicebereich aufgestellt werden. Die Besucher können sich die Stellwände dann in einem Rundgang anschauen. Bis kurz nach Ostern soll die Ausstellung im Rathaus zu sehen sein. Dann werden die Stellwände in einer Kirche in Norden aufgebaut.
