Wittmund - Die Zeit drängt. Nicht nur sinnbildlich bei einem Blick in die Wittmunder Innenstadt, die in den vergangenen Jahren auch unter Geschäftsaufgaben gelitten hat, sondern auch im Hinblick auf die Fördergelder, die der Kommune in Aussicht gestellt worden sind. „Insgesamt stehen 1,1 Millionen Euro zur Verfügung“, sagt Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen. Viel Geld, aber es ist gebunden auch an Konzepte, die jetzt gemeinsam erstellt und fristgerecht eingereicht werden müssen.
Am Montag trafen sich zum dritten Mal seit Gründung die Mitglieder des Arbeitskreises Innenstadtentwicklung, zu dem Vertreter des Gewerbes, der Politik und der Verwaltung gehören, und der von einem externen Berater moderiert wird. Zwei konkrete Projekte wurden festgeklopft, damit das Geld aus dem Fördertopf des Landes „Perspektive Innenstadt“ fließen kann. 383 000 Euro stehen für Sofortmaßnahmen zur Verfügung. 38 000 Euro muss die Kommune selbst gegenfinanzieren. Bis zum 31. März müssen die Anträge eingereicht werden, sonst ist das Geld nicht mehr abrufbar.
Auf der Sitzung haben sich die Wittmunder dann geeinigt, den Spielplatz am Karl-Bösch-Platz zu erneuern und zu erweitern. „Dafür werden wir 83 000 Euro benötigen“, erklärte Amke Behrends vom Stadtmanagement. Ein zweiter Antrag beinhaltet für dieses Programm die Aufwertung von Innenstadtplätzen zum Verweilen. Konkret sollen dafür 300 000 Euro veranschlagt werden. Ins Visier kommen die Plätze Ecke Burg- und Norderstraße, aber auch am Jan-Schüpp-Brunnen sowie der Eingang zur Fußgängerzone an der Finkenburgstraße. Mit Grüngestaltung und Bänken sollen ansprechende Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen werden. Ein Planer für die Umsetzung wird derzeit gesucht.
Die Zeit drängt aber auch für die Mittel aus dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Hier stehen 690 000 Euro (Eigenanteil 173 000 Euro) zur Verfügung. „Wenn wir bis zum 28. Februar kein Konzept vorlegen, sind die Mittel weg“, sagt Bürgermeister Rolf Claußen. Aber die Wittmunder sind zuversichtlich, sie haben die Vorlagen schon in der Schublade fertig erarbeitet. Ein Konzept sieht vor, ein Leitbild für die Stadt zu schaffen – nach dem Vorbild Carolinensiel – und ein weiteres beschäftigt sich mit der Fahrradstadt Wittmund. „Wir wissen alle, dass die Entwicklung der Innenstadt ein Prozess über Jahre sein wird, das ist nicht mit drei Projekten erledigt“, sagt Claußen, der den konstruktiven Austausch im Arbeitskreis lobt. Er hofft nun, dass sich viele Wittmunder auch an der Erstellung des Leitbildes beteiligen. „Der Zug rollt, nun müssen wir nur noch aufspringen“, ermutigt der Verwaltungschef.
