Wittmund - Zu Protestreaktionen der Leser in Form von Anrufen, Briefen und Unterschriftenaktionen kam es im Oktober 1986, als Ehnt Ulfers Janssen, Chef vom Dienst, in Absprache mit der Verlagsleitung auf der Titelseite den traditionellen Anzeiger-für-Harlingerland-Schriftzug gegen eine moderne Grotesk-Schrift austauschte. So hielt sich diese Neuerung lediglich zwölf Ausgaben, dann wurde der traditionelle Kopf mit den Fraktur-Buchstaben wieder verwendet – bis heute.
Lokales auf die Titelseite
Redaktion und Verlag nutzten diese Gelegenheit allerdings, gemäß neuer Lesegewohnheiten die Titelseite mit den wichtigsten Lokalnachrichten zu füllen. Überregionale Nachrichten traten in den hinteren Teil zurück. Die Redaktion bestand aus Chefredakteur Dr. Fritz Blume, Ehnt Ulfers Janssen, Werner Janßen, Thomas-Michael Böhme, Wolfgang Malzahn und Harold Grönke. Für Kultur und Beilagen war Monika Stockhausen-Herbst zuständig,
Erste Computer für Redakteure, Buchhaltung und Fotosatz brachten 1987 technische Verbesserungen. Für den Anzeigensatz wurde das neuzeitliche System namens Alpha in Betrieb genommen.
Gedruckt wurden die werktäglich 12 500 Exemplare auf der Rotationsdruckmaschine in Jever. Die Gesamtbelegschaft umfasste 191 Beschäftigte in Jever, Wittmund, Esens und Wiesmoor. Hinzu kamen in der Vertriebsabteilung mehr als 180 Zeitungsboten, darunter zahlreiche Schüler. Eine merkliche Veränderung folgte 1989: War der Anzeiger für Harlingerland in seiner ganzen bisherigen Geschichte eine Mittagszeitung gewesen, so erschien er ab 1. Januar 1989 gemäß des neuen Zeitgeistes früh morgens.
Neue Druckstätte
Die Neuerung hing aber auch mit der Auslagerung des Drucks in die Produktionsstätte des Brune-Verlags in Wilhelmshaven zusammen, wofür die Brune-Mettcker Druck GmbH gegründet wurde. Anfang 1990 wurde Harold Grönke Redaktionsleiter und wechselte im Oktober des gleichen Jahres in die Tätigkeit des Verlagsleiters, der er sieben Jahre blieb. Während das Alpha-System weiterentwickelt wurde, hielten weitere neue technische Medien Einzug in die Betriebsabläufe.
Mit Hilfe von EDV-Experten entwickelte Grönke ein hauseigenes Redaktionssystem – die Redakteure können ihre Texte seither direkt in das Computersystem schreiben. 1991 wurde Wolfgang Malzahn Redaktionsleiter (bis 1998); Mitte der 1990er-Jahre überschritt der Harlinger die Auflagen-Marke von 15 000 Exemplaren.
