Wittmund - Die Pfleger und Ärzte auch im Krankenhaus Wittmund geraten zunehmend an ihre Grenzen. Derzeit werden in der Klinik nahezu 40 Patienten mit infektiösen Krankheiten behandelt. Davon wurde bei 19 das Coronavirus diagnostiziert. 152 Betten hat das Krankenhaus, 150 davon sind derzeit besetzt. Aus diesem Grund ist die Klinik derzeit auch wieder von dem System der Leitstelle abgemeldet, wie Geschäftsführer Ralf Benninghoff berichtet.

„Auch unter unseren Mitarbeitern haben wir immer noch einen sehr hohen Krankenstand, das erschwert die Sache zusätzlich“, erklärt der Klinik-Chef. Teilweise mussten bereits geplante Operationen abgesagt werden. Die Pflegekräfte leisten enorme Arbeit: „Vor allem wenn die Patienten, die auf den Isolierstationen behandelt werden müssen, auch noch dement sind, stellt das das Personal vor größte Herausforderungen“, so Benninghoff.

Und auch Wittmund musste wie das Krankenhaus Norden auf die Zahlung des Corona-Bonus’ verzichten. Denn auch Wittmund erfüllte nicht die Anforderungen, um diese Sonderzahlung zu erhalten. Profitiert davon haben nur die Kliniken, in denen 2021 zehn oder mehr Corona-Patienten länger als 48 Stunden lang beatmet wurden. „Und dann war diese Zahlung nur für die Intensivpflegekräfte. Was aber ist mit den anderen Mitarbeitern, die auf den Stationen arbeiten, die die Corona-Patienten dort versorgt haben im Isolierbereich, ganz zu schweigen von den Reinigungshilfen, die auch einen ganz wichtigen Beitrag leisten“, sagt Benninghoff. Wie so oft sieht er das Problem in den Krankenhäusern bei der mangelnden Ausfinanzierung.

„Hier laufen alle am Limit, was will man da als Geschäftsführer noch zu seinen Mitarbeitern sagen, um sie aufzumuntern?“, fragt Benninghoff. „Aktuell kommen kein Geld und keine Hilfe bei uns an“, unterstreicht der Klinik-Chef, der heute seinen letzten Tag als Geschäftsführer in Wittmund hat und im Januar seine neue Stelle in Hannover beginnt. Nach drei Jahren Corona-Pandemie gibt es keine finanziellen Unterstützungen für die Kliniken mehr.

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales