Wittmund - Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr in Isums. Während ein paar Hundert Meter entfernt im Freibad bei 26 Grad das Wetter genossen wird, sind drei Männer in einem Tonstudio dabei, Mikrofone aufzubauen. In dem kleinen Dachgeschoss steht die Luft, doch die drei haben ein Ziel: Sie wollen eine neue Folge ihres Podcasts aufnehmen. Der „Wittmund Podcast“ ist ein Projekt von Walter Ruß, Jens Krichels, Dave Jakusch und Björn Schoon. „Wir haben ein bisschen darüber nachgedacht, wie wir die Diskussion um die Projekte der Stadt wie Üpklütern zum Beispiel ein bisschen voranbringen können“, erklärt Walter Ruß. Dabei sei das Wort „Podcast“ gefallen. Mit Jens Krichels dem „Soundteufel“ aus Isums habe man nicht nur professionelles Equipment an der Seite, sondern auch einen echten Tonexperten. „Manchmal treffen wir Leute auch außerhalb des Studios, dann ist der Sound vielleicht nicht so gut, aber wir lernen noch“, sagt Björn Schoon.
Nicht nur Negatives
Thema ihres Podcasts soll alles sein, was Wittmund zurzeit beschäftigt. Ob Bürgermarkt, Innenstadtentwicklung oder Kulturszene, die vier Männer diskutieren, was die Bürgerinnen und Bürger bewegt. Dabei ist ihnen allerdings eine Sache besonders wichtig: „Wir wollen dabei nicht immer nur Negatives in den Vordergrund stellen und so tun, als hätten wir die Lösung für alles, das haben wir nicht“, sagt Walter Ruß. Aber sie wollen zur Diskussion beitragen, die Sichtweise der Bürger öffentlich machen und mit unterschiedlichen Gästen Themen diskutieren.
„Manchmal gibt es auch Kritik, dass wir nicht hart genug wären oder Dinge nicht kritisch genug darstellen, aber darum geht es uns nicht. Wir wollen nichts zerreden, dass gerade erst losgeht, sondern die Reichweite für diese Themen erhöhen“, sagt Björn Schoon. Dennoch wollen sie die Themen, die nicht so rund laufen, auch nicht „weichspülen“ oder unter den Teppich kehren. „Wenn uns ein Problem begegnet, wird es auch als solches benannt“, sagt Walter Ruß.
Auf die ersten acht Folgen, die bereits online sind, haben die vier größtenteils positives Feedback bekommen. „Noch niemand hat gesagt, das ist eine totale Katastrophe lass’ das mal lieber bleiben“, sagt Björn Schoon und lacht.
Aktualität wichtig
Vorgenommen haben sich die vier, immer mittwochs eine neue Folge herauszubringen. Doch ab und an müssen Sie von diesem Plan abweichen. „Wir haben auch schon mal eine Folge zwischen geschoben, weil es thematisch einfach gepasst hat“, sagt Ruß. Denn auch eine gewisse Aktualität ist den Männern wichtig. Allerdings sei dies kein Nachrichten-Podcast, der auf tagesaktuelles Geschehen eingeht. „Wenn jemand Themen hat, die wir einmal diskutieren sollen oder sogar mit uns im Podcast etwas besprechen will, kann er sich gerne bei uns melden“, sagt Schoon. „Tipp mal bitte dein Mikro an“, unterbricht Jens Krichels, der mittlerweile alles für die Aufnahme vorbereitet hat. Noch ein kurzer Soundcheck und die Aufnahme der neusten Folge startet.
Die neuen Folgen werden auf Youtube und Facebook veröffentlicht. Ob es den „Wittmund Podcast“ bald auch auf den bekannten Streamingplattformen geben wird, ist noch nicht klar.
