Wittmund - „Noch sieht es mit der hausärztlichen Versorgung im Landkreis Wittmund ganz gut aus“, sagt Dr. Wolfram Nagel, Vorsitzender der Kreisärzteschaft. Es gebe Regionen wie das Emsland, so der Allgemeinmediziner, da sei die Lage prekär. Allerdings, und das betont der Arzt, arbeiten hier im Kreis viele Institutionen eng zusammen, um einem Ärztemangel entgegenzuwirken.
Die Weiterbildung von Studierenden sei elementar, um die Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen. Noch gibt es im Kreis Wittmund 19 Hausarztpraxen, in denen 31 Mediziner arbeiten. „Aber auch hier steigt das Durchschnittsalter. Im Moment bewegen wir uns zwischen 55 und 65 Jahren“, sagt Dr. Nagel.
Seit fünf Jahren gibt es als einen Baustein das Projekt Landpartie. Fünf Studenten haben so die Möglichkeit, 14 Tage lang in den Praxen der Allgemeinmediziner „reinzuschnuppern“. Aktuell gab es Medizinstudenten aus Oldenburg, die sich von der Arbeit, aber auch von der Region zwei Wochen lang überzeugen konnten.
Als wichtig sehen nicht nur Dr. Nagel, sondern auch seine Mitstreiter, dass Wittmund auf Dauer Lehrkrankenhaus der medizinischen Fakultät in Oldenburg wird. „Wenn dort immer mehr Studenten aufgenommen werden, müssen sie im Praktischen Jahr auch entsprechend Angebote finden“, sagt der Arzt. Er weiß, wie wichtig eine fundierte Ausbildung ist. „Es geht um die Qualität. Die Hausärzte sollen schließlich nicht nur Überweisungen ausschreiben“, betont der Vorsitzende der Kreisärzteschaft. In den vergangenen zehn Jahren hatten 150 bis 200 Studenten, so schätzt Dr. Nagel, die Möglichkeit, in der Region durch verschiedene Projekte Erfahrungen im medizinischen Bereich zu sammeln.
Von den 17 Frauen und Männern, die seit 2012 eine Facharztausbildung als Allgemeinmediziner im Landkreis absolviert haben, sind elf geblieben, so der Vorsitzende der Kreisärzteschaft. „Wir dürfen aber nicht aufhören, weiter Nachwuchs zu gewinnen“, so Dr. Nagel, der weiß, wie wichtig dafür auch die Unterstützung aus Politik und Wirtschaft ist.
