Wittmund - Der Grundstücksmarkt auf der ostfriesischen Halbinsel ist im vergangenen Jahr eingebrochen. Das geht aus den Zahlen hervor, die der Gutachterausschuss für Grundstückswerte Aurich am Donnerstag vorgestellt hat.
Den Bruch gab es Mitte des Jahres, wie Martin Homes, Vorsitzender des Gutachterausschusses, erklärte. Im vergangenen Jahr wurden 10715 Verträge für Grundstücksverkaufe geschlossen. Das entspricht einem Rückgang von elf Prozent. Als Grund dafür nannte Homes eine nachlassende Nachfrage. Gründe dafür seien eine hohe Inflation, die Ungewissheit durch den Krieg in der Ukraine und höhere Kapitalzinsen gewesen. „Für ein Baugrundstück muss man fast 100 000 Euro rechnen“, berichtete Homes. Wenn dann noch 400 000 bis 500 000 Euro für das Haus hinzukämen, könnten das viele Bauinteressenten bei einem Kapitalzins von drei bis vier Prozent nicht mehr finanzieren. Die Zahl der veräußerten Baugrundstücke lag im Berichtsgebiet mit 792 Baugrundstücken 23 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Einziger Gewinner in dem Jahresvergleich war der Landkreis Aurich. Dort wurden 384 Bauplätze veräußert – im Jahr 2021 waren es noch 306. Martin Homes führte dies auf viele neue Baugebiete dort zurück. Somit seien im ersten Halbjahr viele Grundstücke verkauft worden.
Fehlende Angebote
Die anderen Landkreise und kreisfreien Städte auf der ostfriesischen Halbinsel verzeichneten weniger Verträge. Im Landkreis Wittmund etwa wurden 40 geschlossen, im Vorjahr waren es noch 130. „Der Rückgang lag auch an den fehlenden Angebot“, unterstrich Martin Homes mit Blick auf die Zahlen auf der ostfriesischen Halbinsel. „Die Kommunen kommen mit der Bauplatzentwicklung nicht nach.“ Wenn es neue Bauplätze gebe, seien die innerhalb weniger Wochen ausverkauft.
Obwohl weniger Verträge geschlossen wurde, stieg der Umsatz. Es wurden Grundstücksflächen (ohne Flächen des Wohnungseigentums) von 2,92 Milliarden Euro umgesetzt. Das sind vier Prozent mehr als im Jahr 2021. Die Preise für Baugrundstücke waren im Mittel um sieben Prozent gestiegen.
