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Leerstände und Einzelhandel in Wittmund Wittmund zwischen Ruinen und Neubau

Wittmund - Vor 40 Jahren war die Wittmunder Innenstadt noch das blühende Leben, was den Einzelhandel betraf. Viele inhabergeführte Geschäfte gab es in der 1984 gebauten Fußgängerzone. Aber die Zeiten haben sich geändert und auch das Kaufverhalten der Leute.

Wirtschaft fördern

„Dass es zu Geschäftsaufgaben kommt, trifft nicht nur kleine Städte, mittlerweile sieht man auch in Oberzentren viele Leerstände“, sagt Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen. Ihm sind die leerstehenden Läden natürlich auch ein Dorn im Auge. „Aber die Verwaltung kann nur eine vermittelnde Rolle einnehmen“, betont auch Tobias Habben, der bei der Stadt für die Wirtschaftsförderung zuständig ist.

„Es gibt viele Faktoren, die zu diesen Leerständen beitrugen“, so der Bürgermeister. Corona habe da eine nicht unerhebliche Rolle gespielt. „Die Menschen haben eben gemerkt, wie bequem es ist, im Internet zu bestellen“, sagt der 57-Jährige. Zudem sei er als Wittmunder mit vielen der Kinder der ehemaligen Geschäftsinhaber bekannt. „Die Läden konnten nicht in die nächste Generation gebracht werden“, sagt Claußen. Sicher sei es nicht einfach, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen, wenn man die Möglichkeit hat, im Angestelltenverhältnis zu bleiben.

Die Immobilien

Zudem – und das ist für jeden Besucher der Fußgängerzone ersichtlich – sind nicht alle Immobilien in einem guten Zustand. „Wenn der Eigentümer sich nicht darum kümmert und den Kaufleuten nicht ein wenig entgegenkommt, dann bleibt so ein Laden leer und verfällt. Aber was sollen wir dagegen unternehmen?“ fragt Claußen. Und so ist auch vor neun Jahren die Quartierentwicklung gescheitert – zu wenige Hausbesitzer waren bereit, konstruktiv mitzuarbeiten, sagt Claußen.

Der Arbeitskreis

Immerhin hat sich seit vergangenem Jahr ein Arbeitskreis aus Verwaltung, Politik und Mitgliedern des Gewerbevereins proWittmund auf den Weg gemacht. „Sie arbeiten so engagiert und haben viele Ideen“, sagt Amke Behrends vom Stadtmanagement. Aber auch die Frauen und Männer können nichts daran ändern, wenn Inhaber aus verschiedenen Gründen aufhören.

Die Leerstände

So hat zum Ende des Jahres die Kleiderstange in der Kirchstraße geschlossen, vorher hat auch das Schuhgeschäft dicht gemacht, der Bäcker dort ist auch schon länger ausgezogen. Ähnlich sieht es in der Burgstraße aus. Das Fotostudio gibt es nicht mehr, im ehemaligen Bekleidungsgeschäft ist schon seit Jahrzehnten Leerstand und die Immobile mit dem Copy-Shop verfällt zusehends. Schuhhaus Feeken wird nun abgerissen, zusammen mit dem Komplex des ehemaligen Porzellangeschäftes. Weiter hinten gibt es schon seit Jahren kein Burgcafé mehr und das Geschäft in der Passage davor steht ebenfalls leer.

In der Norderstraße ist der riesen Komplex von Gröttrup bis auf ein Tattoostudio ungenutzt. Etwas Leben brachte der „Treff am Sonneneck“, der ist aber nun wieder an den Karl-Bösch-Platz gezogen. Und im Café Kluntje gibt es schon seit Jahrzehnten keinen Kuchen mehr.

Die Geschäfte

Und nun wird Wittmund auch noch den Handarbeitsladen Regenbogen in der Drostenstraße verlieren. Heike Ramke gibt zum Ende des Monats auf. Aber es ist nicht alles schlecht in der Fußgängerzone, die einmal um die Kirche herum führt. Die Drostenstraße ist geprägt von vielen Inhabergeführten Läden wie Juwelier und Akustiker Kreuzinger, dem Deko-Laden Deko- Stuuv, der Bäckerei Bojert und dem Gemischtwarenladen Globus. Hier hat das Fliegermuseum für einen ansprechenden Platz direkt neben dem Eiscafé mit Spielgerät gesorgt und auch der Filialist Ernsting’s Family ist in dieser Straße ansässig.

Und auch in den anderen Bereichen des Puddings gibt es Frequenzbringer wie Sebastian Kochs Fahrradladen und sein Bekleidungsgeschäft sowie das Kosmetikstudio in der Kirchstraße, den Imbiss in der Burgstraße und auch die Bohnenbar Ecke Burg-/und Norderstraße mit Café und Geschäft – und schräg gegenüber der Teeladen – um nur einige zu nennen.

Die Toom-Fläche

„Wenn sich heute jemand selbstständig macht, dann hat er eine Menge Mut, er muss aber auch ein Entgegenkommen des Vermieters bekommen“, sagt Rolf Claußen. Es gebe Immobilienbesitzer, die wirklich mit einem sehr guten Beispiel vorangingen, betont der Verwaltungschef. Aber er weiß, die Zeit kann man nicht zurückdrehen und so bemüht sich die Stadt, die Plätze im Pudding aufzuwerten. Begonnen wird nun mit Fördermitteln den Spielplatz am Karl-Bösch-Platz zu erneuern. Noch im Frühjahr wird mit den Arbeiten begonnen.

Auf der ehemaligen Toom-Fläche siedeln sich nun ein Drogeriemarkt und ein Geschäft für Tierbedarf an. „Die Bauanträge sind gestellt“, sagt Claußen. Für die verbliebene Fläche ist die Stadt im Gespräch mit einem großen Filialisten, der bereits viele Kaufhäuser an der Nord- und Ostsee führt. „Ein Familienunternehmen, das würde wirklich gut hierherpassen“, so der Bürgermeister, der weiß wie wichtig es ist, die Kaufkraft am Ort zu halten.

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales
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