Wittmund - Obwohl es nur 170 Betten hat, ist die Klinik in Varel Lehrkrankenhaus geworden. Nicht selten mussten sich der Wittmunder Geschäftsführer Ralf Benninghoff und der Ärztlicher Direktor Dr. Hagen Behnke aber anhören, Wittmund sei für eine solche Einrichtung mit 155 Betten einfach zu klein. Nun gibt es einen neuen Vorstoß, und dieses Mal holen sich die Wittmunder Unterstützung aus der Politik. Die nämlich hat auf Landesebene Weichen gestellt, die es durchaus möglich machen könnten, dass die Klinik in der Harlestadt Lehrkrankenhaus wird.
Zeitnah einen Termin mit der Uni wahrnehmen
Zu einem Gedankenaustausch trafen sich somit am Montagabend die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller, die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Emken, Erster Kreisrat Uwe Cassens, Dr. Hagen Behnke als auch Karin Garlich Koordinatorin der Gesundheitsregion beim Landkreis sowie der Esenser Hausarzt Dr. Wolfram Nagel und die Oldenburger Medizinstudentin Antonia Andres im Kreishaus.
Welche Einrichtung als Lehrkrankenhaus agieren kann, darüber hat die Universität Oldenburg, die medizinische Fakultät, zu bestimmen. „Wir wollen uns jetzt bald dort treffen und die Wittmunder Argumente vortragen“, sagte Möller. Die Größe einer Klinik habe nichts mit der Leistungsfähigkeit zu tun. „Wir müssen alles dafür tun, neue Ärzte aufs Land zu bekommen, und da hilft es, wenn die Studenten ihr Praktisches Jahr in einem Krankenhaus wie Wittmund absolvieren können“, unterstrich Dr. Wolfram Nagel. 60 Prozent aller Studierenden bleiben in der Regel in der Region, in der sie ihr Praktisches Jahr verbracht haben.
Fünf Studierende aus Oldenburg im Landkreis
Dr. Nagel, Sprecher der Kreisärzteschaft, ist Mitinitiator der Landpartie Harlingerland. Und so sind auch derzeit fünf Studenten aus Oldenburg 14 Tage im Landkreis Wittmund, um sich über medizinische Inhalte zu informieren, das Krankenhaus kennenzulernen und auch die Region zu erkunden. Zum fünften Mal findet die Landpartie statt. „Wir hoffen immer sehr, dass wir so auf uns – auf die Region – aufmerksam machen können“, so Dr. Nagel.
Seit 2012 ist es möglich, in Oldenburg Medizin zu studieren. 120 Studienplätze stehen zur Verfügung. „Im Rahmen des neuen Koalitionsvertrages wurde die Zahl nun auf 200 Studienplätze erhöht. Und alle diese angehenden Mediziner müssen ihr Praktisches Jahr absolvieren. Ich denke, das spielt uns in die Karten, um für Wittmund als Lehrkrankenhaus zu werben“, sagte Karin Emken.
Klinik wird immer besser aufgestellt
„Wir haben Spaß am unterrichten, wollen unser Wissen weitergeben und könnten fast eine Eins-zu-eins-Betreuung sicherstellen“, argumentierte Dr. Hagen Behnke. Auch Kreisrat Uwe Cassens unterstrich, dass die Klinik immer weiter und besser aufgestellt werde – auch mit den Umbauarbeiten, die im nächsten Jahr beginnen. „Was wir machen, machen wir sehr gut“, brachte es Dr. Behnke auf den Punkt. Und genau das wollen die Gesprächsteilnehmer nun auch erneut in Oldenburg Kundtun.
