Wittmund - Um 9.30 Uhr standen sie noch alle beisammen, sprachen die Abläufe durch, bevor dann um kurz vor 10 Uhr die ersten Impfwilligen vor der Praxis standen. Und es lief super. Anmeldung, Karte einlesen, kurzes Gespräch mit dem Mediziner und dann ab zur Booster-Impfung.
Die Radiologische Praxis in Wittmund von Dr. Gerold Hecht, Dr. Moritz Knaup und Dr. Christof Lahr beteiligte sich am Boostern mit einer Sonderaktion. Am Sonnabend von 10 bis 16 Uhr und am Sonntag von 10 bis 14 Uhr konnten die Bürger ihre Termine über ein Online-Portal buchen. Gern hätte Hecht auch Biontech angeboten. Aber das wurde nicht wie bestellt geliefert – so gab es Moderna für alle.
„Wir wollen gern unterstützen, unsere Kollegen aus den Hausarztpraxen haben auch schon alle Hände voll zu tun“, betont Dr. Hecht, der die Praxis seit 21 Jahren in Wittmund führt. Nun standen er und seine Kollegen am Wochenende in der Freizeit parat, um das von der Regierung vielbeschworene Boostern voranzutreiben. Dadurch, dass die Termine vorher vergeben wurden, musste niemand lange in der Kälte stehen und warten – im Gegensatz zu den offenen Impfangeboten beim Landkreis Wittmund.
Jeder hatte die Möglichkeit, sich einen Termin zu reservieren – allerdings musste die Zweitimpfung mindestens fünf Monate zurückliegen. Ältere Menschen, so Hecht, ließen sich von Angehörigen oder Freunden bei der Online-Terminvergabe helfen.
„So durchorganisiert könnte es in vielen Praxen und bei Fachärzten laufen“, lobt Hilko Frerichs die Aktion. Man dürfe aber nicht vergessen, betont Gerold Hecht, dass in den Praxen im laufenden Betrieb geimpft wird. „Das ist etwas anders als bei unserer Sonderaktion an einem Wochenende“, so der Radiologe. Der Verwaltungsaufwand sei nicht zu unterschätzen, sagt Hecht. Die Impfung selbst dauere nur 30 Sekunden, das ganze Drumherum – auch mit den Meldungen an das Robert-Koch-Institut – nehme 15 Minuten in Anspruch. Um so zügiger ging es am Wochenende, wenn die Impfwilligen ihre Anamnesebogen und Einwilligungserklärung schon ausgefüllt mitbrachten.
Zwei Impfstraßen hatte die Praxis eingerichtet und so wurden pro fünf Minuten zwei Personen geimpft. „Es war nicht richtig, die Impfzentren zu schließen“, sagt Dr. Gerold Hecht. Man hätte das Boostern viel schneller vorangebracht, wenn die Angebote noch vorhanden wären und wenn die Lieferungen an Impfstoff besser funktionieren würden.
