Wittmund - Für erhitzte Gemüter sorgte das Thema Hundefreilauffläche in der jüngsten Sitzung des Wittmunder Stadtrates. Bereits im vorangegangen Umwelt-, Agrar-, Straßen- und Feuerwehrausschuss hatte man die Thematik ausgiebig diskutiert, nachdem die Mehrheitsgruppe (SPD/ Bündnis 90/Die Grünen/BFB) einen Antrag „auf Prüfung der Einrichtung einer Hundefreilauffläche“ gestellt hatte. Laut Sitzungsprotokoll erklärte Herbert Potzler (BFB) das Anliegen der Gruppe. Bürger hätten auf das Fehlen eines solchen Angebots aufmerksam gemacht; insbesondere wegen der Brut- und Setzzeit gebe es zu wenig Möglichkeiten, Hunde ohne Leine laufen lassen zu können.
Lösungsansätze suchen
Christian Menssen, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Bürgerservice, erklärt auf Nachfrage, dass die Herausforderung vor allem darin liegt, ein geeignetes Grundstück im Stadtgebiet zu finden: „Die Fläche muss grundsätzlich geeignet sein. Insbesondere muss sie bauplanungsrechtlich zulässig sein. Auch Stellplätze müssen in ausreichender Anzahl vorhanden sein. Neben den Einrichtungskosten bestehen noch laufende Kosten zur Unterhaltung.“ Aus diesem Grund einigte man sich auf einen Beschlussvorschlag, der empfiehlt, zunächst einen Arbeitskreis zu gründen, der Lösungsansätze für eine solche Fläche erarbeitet. Auch während der Diskussion im Ausschuss wurde seinerzeit deutlich, dass es zu diesem Thema noch viel Klärungsbedarf gibt, sodass die Mehrheitsgruppe kurz mit dem Gedanken spielte, den Antrag zurückzuziehen.
In einem Gespräch zwischen Verwaltung und Fraktionsvorsitzenden hatte man sich dann aber darauf geeinigt, den Antrag weiterzuverfolgen, erklärte Olaf Wagner (SPD) am Dienstag im Stadtrat. Dies stieß der CDU-Fraktion sauer auf. Ralf Abels (CDU) monierte die vermeintlich unglückliche Vorgehensweise der Mehrheitsgruppe. „Den Antrag erst zurückzuziehen und dann doch nicht, das halten wir für sehr unzuverlässig“, sagte Abels. Aus diesem Grund könne die CDU-Fraktion dem Vorschlag so nicht zustimmen.
Normale Vorgehensweise
Den Vorwurf konnten Olaf Wagner und Herbert Potzler so nicht verstehen. Potzler stellte klar: „Wir wollten uns in der Gruppe noch einmal besprechen. Das haben wir getan und stimmen dem Vorschlag der Verwaltung zu. Alles ganz unaufgeregt.“ Das sei eine normale Vorgehensweise. Die Vorwürfe der CDU könne man nicht verstehen.
In der Abstimmung machte die CDU ihrem Unmut jedoch weiter Luft und stimmte geschlossen gegen den Beschlussvorschlag, einen Arbeitskreis zum Thema zu gründen. Dennoch wurde der Vorschlag mit 13 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen angenommen. Der Arbeitskreis soll laut Bürgermeister Rolf Claußen eng von Christian Menssen begleitet werden.
