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Aus- und Weiterbildung Alle Landwirte lernen künftig in Echem

Klaus-Peter Jordan

Echem/Oldenburg - „Niedersachsen ist künftig nicht nur das Agrarland Nr. 1 in Deutschland, sondern auch Ausbildungsstandort Nr. 1.“ Mit diesen Worten hatte Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) im November 2013 den ersten Spatenstich für den Neu- und Umbau des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums (LBZ) Echem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Oldenburg) verbal begleitet. Mit etwas Verspätung ist es nun soweit: am 5. September ist Einweihung in der kleinen Elbmarsch-Gemeinde.

Drei Schwerpunkte

Drei Schwerpunkte hat das LBZ Echem: die überbetriebliche Ausbildung der jährlich etwa 1800 landwirtschaftlichen Auszubildenden in Niedersachsen, die Fort- und Weiterbildung im Bereich Nutztierhaltung und die Verbraucherkommunikation. Die beiden Lehrwerkstätten für Rind und Schwein sind komplett neu entstanden, das Internat wurde modernisiert und energetisch saniert, erklärt Geschäftsführerin Martina Wojahn. Investiert wurden insgesamt 29 Millionen Euro.

Mehrere Lehrwerkstätten

Alle Auszubildenden kommen künftig im zweiten und dritten Ausbildungsjahr für jeweils eine Woche ins LBZ Echem (bisher war der Bereich Schwein in Bad Zwischenahn-Wehnen angesiedelt), um in der Praxis alles rund um die Schweine- und Rinderhaltung zu erfahren.

Die Lehrwerkstatt Rind verfügt über verschiedene Stallformen. 60 Kühe werden mit einem automatischen Melkroboter gemolken, 85 Kühe mit konventionellen Melksystemen. Außerdem gibt es eine Lehrwerkstatt für die Kälberaufzucht und eine Futterlagerplatte. „Die Lehrsäle befinden sich mitten in den Stallungen“, erläutert Wojahn. Deswegen seien die Stallungen auch auf ganzjährige Stallhaltung konzipiert. Es gebe aber außenliegende Laufhöfe für die Rinder. Und das Jungvieh sowie die Trockensteher kommen im Sommer auch auf die Weide.

Im Bereich Schwein gibt es eine konventionelle Lehrwerkstatt, eine ökologische Lehrwerkstatt und eine Lehrwerkstatt für eine Biogasanlage. Dabei würden aus Unterrichtszwecken den Ferkeln auch noch die Schwänze kupiert, „solange das gesetzlich noch erlaubt ist“, so die LBZ-Geschäftsführerin. Die Biogasanlage werde mit der Gülle und dem Festmist der Tierhaltung betrieben. „Und jeder, der in Niedersachsen Landwirtschaft lernt, wird künftig auch die ökologische Haltung kennenlernen“, betont Wojahn, worüber sich Agrarminister Meyer schon beim Spatenstich freute.

„Die Neubauten im Rinder- und Schweinebereich sind ausgerichtet am niedersächsischen Tierschutzplan und erfüllen dessen Anforderungen“, sagt Wojahn. In den Unterrichtsinhalten orientiere man sich an den Zukunftsthemen der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung wie geschlossene Kreisläufe und das gesamte Nährstoffmanagement sowie Tierwohl, Tiergesundheit und Tiergerechtigkeit „im Einklang mit der Ökonomie“, betont die LBZ-Geschäftsführerin.

Aber in Echem wird nicht nur ausgebildet, sondern auch fortgebildet. Angeboten wird ein großes Spektrum an Seminaren zur landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. Neben Rind und Schwein geht es auch um Schafe und Ziegen. Außerdem gibt es einen kleinen Fischteich und ein Gehege mit Damwild.

Und nicht zuletzt sieht es das LBZ Echem als seine Aufgabe an, die Verbraucher-Akzeptanz gegenüber der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung zu fördern. Jedes Jahr besuchen etwa 50 Schulklassen das Zentrum, um sich einen Vormittag über Tierhaltung zu informieren.

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