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Landwirtschaft Bauern wollen in die Offensive gehen

Klaus-Peter Jordan

BERLIN - Die deutschen Landwirte sollen im neuen Jahr in die Offensive gehen. Das fordert der Präsident des deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, von seinem Berufsstand. „Wir müssen uns als Land- und Forstwirtschaft mit unseren Werten und Wertvorstellungen noch besser in der Öffentlichkeit einbringen. Wir können es nicht zulassen, dass wir – wie vor zehn Jahren bei der BSE-Krise – zum Buhmann gemacht werden“, so der Bauern-Präsident.

Bürger überzeugen

Bürger und Politiker müssten von den zahlreichen bäuerlichen Leistungen, „die wir für die Volkswirtschaft unseres Landes, für den Wohlstand unserer Bürger, für eine intakte Natur und unsere unverwechselbaren Kulturlandschaften tagtäglich erbringen“, überzeugt werden. Jeder einzelne Landwirt sei gefordert, aufzuklären und klarzustellen, wenn „Landwirtschaft nur noch aus der Ferne wahrgenommen oder nur noch durch Schlagworte wie Industrialisierung, Agrarsubventionen, Artenverarmung oder Tierquälerei beschrieben wird. Wir Bauern haben weder auf dem Acker noch in den Ställen etwas zu verbergen“, unterstrich Sonnleitner. Dabei müssten in der Kommunikation auch neue Wege gegangen werden, etwa mit Facebook, um junge Gesellschaftsgruppen anzusprechen.

Wenn im nächsten Jahr in Europa über die künftige Agrarpolitik ab 2014 entschieden werde, heiße es, sich frühzeitig einzumischen. Außerdem gelte es, von Kritikern immer wieder verbreitete Zerrbilder zu korrigieren – etwa die Behauptung, die Agrarpolitik „verschlinge“ die Hälfte des gesamten EU-Haushalts. „Faktisch kostet die Agrarpolitik jeden europäischen Bürger nicht mehr als 29 Cent am Tag – und sie ist ein Gewinn für den Verbraucher“, so Sonnleitner.

Den Kritikern dürfe man aber nicht mit „Hau-drauf-Methoden“ antworten. „Wir müssen erklären, wie grundlegend sich die Agrarpolitik schon in den letzen Jahren gewandelt hat, wie viele der seitens der Gesellschaft geäußerten Wünsche von uns erfüllt wurden und wie hervorragend – in Qualität und Preis – sich unsere Bevölkerung ernähren kann“.

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2010/2011 (30. Juni) macht der Bauern-Präsident seinem Berufsstand Mut. Alle Zeichen deuteten darauf hin, dass es in den meisten Bereichen besser werde als das vergangene Jahr. Der Aufschwung habe auch die Landwirtschaft erreicht. Auf fast allen Agrarmärkten hätten sich die Preise im Laufe des Jahres 2010 bereits verbessert. „Wenn man ein aktuelles Bild für die wirtschaftliche Entwicklung zeichnet, dann kommt die Landwirtschaft aus einem dunklen Keller, hat die Tür auf der obersten Kellertreppe aufgestoßen und blickt der Sonne entgegen, ohne schon die volle Wärme der Sonnenstrahlen zu spüren“, beschreibt Sonnleitner die derzeitige Lage blumig.

Einkommen sollen steigen

Die wirtschaftliche Situation der Milchbauern entspanne sich durch die festeren Milchpreise weiter. Der Milcherzeugerpreis liege im Bundesdurchschnitt fast zehn Cent oder 40 Prozent höher als im Vorjahr. Bei der Schweinehaltung sei die Vorausschau schwieriger. Die Ferkelpreise seien vor allem für Sauenhalter bei steigenden Kosten nicht befriedigend. Auch die Schweinemäster seien derzeit nicht ohne Sorgen. Steigende Betriebsmittelkosten für Futtermittel, Dünger und für Energie belasteten alle Betriebe im Wirtschaftsjahr 2010/11.

Insgesamt werden sich die Einkommen laut Sonnleitner aber deutlich erholen und wieder an die Jahre 2007/08 anknüpfen. Dieses zeige sich auch in einer verbesserten Stimmungslage der Branche beim Konjunkturbarometer Agrar. Viele Bauernfamilien würden wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken, ist sich der Bauern-Präsident sicher.

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