Berlin/Im Nordwesten - Unter den 15 000 Treckern und 40 000 Landwirten, die am Dienstag in Berlin einen fairen Umgang mit der Landwirtschaft einforderten, waren auch einige Hundert Trecker und Landwirte aus der Region. Allein aus dem Ammerland war das Landvolk mit 40 Schleppern und 60 Leuten bei der Kundgebung. Und sie alle erreichten auch tatsächlich den Kundgebungsort, während viele andere Landwirte aus anderen Landkreisen bereits vor Berlin umkehren oder stoppen mussten, weil die Polizei irgendwann den Riegel vorgeschoben hatte. Dazu Felix Müller, stellvertretender Vorsitzender Landvolk Ammerland: „Die Protestbereitschaft der Bauern war wohl größer, als Berlin Platz hatte.“
Frieslands Bauern auf der Straße des 17. Juni auf dem Weg zur Großkundgebung.
Anneke Metzner
Auch Minitrecker sind dabei
Anneke Metzner
Friesland auf der Demo
Anneke Metzner
Friesland vor dem Brandenburger Tor
Anneke Metzner
Auch Minitrecker sind dabei
Anneke Metzner
Auch Minitrecker sind dabei
Anneke Metzner
Stiller Protest
privat
Frieslands Bauern auf der Demo
Anneke Metzner
Trecker-Demo vor dem Brandenburger Tor
Anneke Metzner
50 Landwirte aus Friesland und der Wesermarsch sind mit dem Bus zur Demo gefahren. Organisiert hat die Aktion das Kreislandvolk.
Landvolk
Bauern und Trecker, so weit das Auge reicht, vor der Siegessäule
Anneke Metzner
Ein Landwirtskind aus der Wesermarsch macht es den Großen vor und sammelt in seinem Kindertrecker Müll ein.
Anneke MetznerGeschlossenheit gelobt
75 Friesländer hatten sich mit Trecker, Bus und Bahn nach Berlin aufgemacht. „Wahnsinn, das ist der Hammer“, entfuhr es einer Teilnehmerin angesichts der Massen von Treckern und protestierenden Landwirten. „Die Geschlossenheit unter den Landwirten ist phänomenal“, lobte Frieslands Landvolkvorsitzender Hartmut Seetzen (Varel).
Aus dem Landkreis Oldenburg sowie den Städten Oldenburg und Delmenhorst hatten sich 100 Schlepper und 200 Landwirte auf den Weg nach Berlin gemacht. Mit dabei waren Heike Hohnholt (Ganderkesee) sowie Anke Rasch und Karin Lüschen-Strudthoff (beide Hatten). „Ich bin es leid, mich für meinen Beruf immer rechtfertigen zu müssen“, sagte Karin Lüschen-Strudthoff. „Wir produzieren sichere und hochwertige Lebensmittel. Die Regale sind jeden Tag voll. Wir sind hier, um für mehr Wertschätzung zu kämpfen“, sagte Lüschen-Strudthoff. „Wird die Produktion durch die vielen Auflagen hier zu teuer, werden Lebensmittel einfach aus dem Ausland importiert“, begründete Heike Hohnholt. „Wir haben nichts gegen Umweltschutz – die Grundlage unserer Landwirtschaft sind intakte Böden und die Natur – aber es wird einfach über unsere Köpfe entschieden.“ Jan-Bernd Stolle, Landwirt aus Hellbusch (Landkreis Oldenburg), zeigte sich von Klöckners Auftritt enttäuscht: „Frau Klöckner hat es noch nicht richtig verstanden“, monierte der 51-Jährige. Das gleiche Fazit zog er über die Rede von Umweltministerin Svenja Schulze. Unter den Teilnehmern waren auch 20 Landwirte aus Harkebrügge und Bösel. „Alle waren entschlossen, hier war richtig was los“, sagte Landwirt Stefan Grotjann.
FDP zeigt Verständnis
Nach der Demonstration machten sich die Landwirte auf den langen Rückweg. Der Ammerländer Felix Müller: „Es war eine gute Kundgebung! Aber ich befürchte ein bisschen, dass wir es trotz der Menge an Landwirten geschafft haben, uns Gehör zu verschaffen. Es kommt nun darauf an, wie die Politik reagiert – ansonsten kommen wir wieder.“ Verständnis zeigte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Christian Dürr (Ganderkesee): „Die Landwirte in Deutschland verdienen wieder mehr Anerkennung und Respekt für ihre Arbeit. Der Regulierungswahn der Groko macht unseren Bauern das Leben schwer und nimmt ihnen die Existenzgrundlage. Mit immer härteren Vorschriften bei Tierwohl, Insektenschutz und Düngeverordnung erreichen wir nichts, außer die Verlagerung der Produktion in andere Länder.“ Dort seien die Standards bedeutend geringer.
