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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Landwirtschaft

Klimaschutz: Landwirte lassen Klimabilanz erstellen

12.02.2020

Wir haben mit dem Klimabeauftragten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Ansgar Lasar über die Klimaallianz gesprochen.

FRAGE: Sie sind Klimabeauftragter, wie würden Sie ihre Tätigkeit beschreiben?

ANSGAR LASAR: Sehr interessant, vielseitig und zukunftsorientiert. Wir unterstützen Landwirte dabei möglichst klimaschonend zu produzieren und sich verändernden klimatischen Bedingungen anzupassen.

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FRAGE: Wie viele landwirtschaftliche Betriebe haben bisher eine Klimabilanz erstellen lassen?

ANSAGAR LASAR: Ich habe in den letzten vier Jahre mehr als 400 einzelbetriebliche Klimabilanzen erstellt und komme der Nachfrage nicht mehr hinterher. In Niedersachsen sind inzwischen etwa 50 weitere Beratungskräfte unterwegs und erstellen Klimabilanzen für Landwirte.

FRAGE: Eine einzelbetriebliche Klimabilanz erstellen, wie gehen Sie vor?

ANSGAR LASAR: Der Landwirt meldet sich bei uns. Wir teilen ihm dann mit, welche Unterlagen wir für die Erstellung der Klimabilanz benötigen und vereinbaren einen Beratungstermin vor Ort. Auf dem Betrieb angekommen machen wir mit dem Landwirt einen Betriebsrundgang, um uns ein Bild von den Produktionsbedingungen insbesondere unter dem Klimaschutzaspekt zu machen. Dann setzen wir uns gemeinsam an den Computer und geben seine Betriebsdaten ein. Als Ergebnis sehen wir uns seine Klimabilanz an und vergleichen sie mit dem Ergebnis anderer Betriebe. So kann der Landwirt seine Klimabilanz einschätzen und wir können gemeinsam nach möglichen Verbesserungen suchen.

FRAGE: Waren die bisherigen Ergebnisse überraschend?

ANSGAR LASAR:Viele Landwirte sind überrascht, dass die Emissionen aus dem Diesel-, Strom- und Heizöl- bzw. Erdgasverbrauch mit weniger als 10 % nur einen relativ geringen Anteil an den Gesamtemissionen ausmachen. Positiv überrascht sind sie regelmäßig, dass ihre Bemühungen um eine effiziente Produktion auch dem Klimaschutz dienen.

FRAGE: Gibt es große Unterschiede zwischen verschiedenen Betrieben mit Tierhaltung, Pflanzenbau oder Biogaserzeugung.

ANSGAR LASAR: In jeder der genannten Produktionsrichtungen sind spezifische Stellschrauben entscheidend für die klimaschonende Produktion. Bei der Pflanzenerzeugung sind das zum Beispiel der effiziente Stickstoffeinsatz, der Humusaufbau im Boden und die Sicherung der Erträge. In der Tierhaltung sind die verlustarme Fütterung, die gasdichte Lagerung der anfallenden Tierausscheidungen und die Sicherung der Tierleistungen ganz wichtige Stellschrauben.

FRAGE: Klima schützen und dabei das Betriebsergebnis nicht verschlechtern? Geht das?

ANSGAR LASAR: Ja. Viele Klimaschutzmaßnahmen rechnen sich für die Betriebe. Sie sind deshalb von vielen Betrieben auch schon weitgehend ausgeschöpft worden. Wir versuchen trotzdem, noch weitere Reserven zu mobilisieren. Maßnahmen, die sich nicht rechnen, zeigen wir in der Beratung ebenso auf. Die Chancen auf Umsetzung sind dabei natürlich geringer und wir versuchen deshalb, dafür Unterstützung zu finden in der Wirtschaft und der Politik.

FRAGE: Gibt es auch in anderen Regionen Deutschlands Klimaschutzberatungen für landwirtschaftliche Betriebe?

ANSGAR LASAR: Niedersachsen ist unumstrittener Vorreiter bei diesem Thema. Aber es tut sich etwas in den anderen Bundesländern. Mehrere Bundesländer arbeiten dabei mit dem von uns entwickeltem Rechentool TEKLa (Treibhausgas-Emissions-Kalkulator-Landwirtschaft), das aktuell für den Innovationspreis Klima und Umwelt des Bundesumweltministeriums und Bundesverbandes der deutschen Industrie nominiert worden ist.

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