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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Landwirtschaft

Einkommen: Landwirte verdienen gut an Energiewende

07.08.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-22T10:35:52Z 280 158

Einkommen:
Landwirte verdienen gut an Energiewende

Oldenburg Bauern hatten schon immer mehrere Berufe: Viele Landwirte sind von jeher nebenbei auch Forstwirte und/oder Pferdewirte. Seit einiger Zeit sind zahlreiche Landwirte – meist allerdings ihre Frauen – Gastwirte (mit einem Hof-Café) und/oder Hoteliers (mit Ferien auf dem Bauernhof). Das letzte Jahrzehnt schließlich brachte dem Bauern ein weiteres Berufsbild: den Energiewirt.

Der Bauer als Energiewirt ist ein wesentlicher Baustein der Energiewende – weg von fossilen Energieträgern, hin zu erneuerbaren Energiequellen. „Die Energiewende spielt sich in erster Linie auf dem Lande ab“, formuliert es das Niedersächsische Landvolk. Bundesweit gibt es inzwischen gut 23 000 Windkraftanlagen, 1,3 Millionen Solaranlagen und knapp 8000 Biogasanlagen. Landwirte haben hieran einen erheblichen Anteil.

„Die Erzeugung von Strom, Wärme und Kraftstoffen aus regenerativen Quellen wird für immer mehr Landwirte zu einem zweiten Standbein, das neben dem Verkauf der Agrarprodukte für eine zweite Einkommensquelle sorgt“, erklärt Stefan Unterlandstättner, Vorstandsmitglied der Deutschen Kreditbank AG. Über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) fördern die Stromverbraucher den Aufbau der alternativen Energiequellen mit rund 20 Milliarden Euro in diesem Jahr (knapp 5,3 Cent pro Kilowattstunde) – Tendenz steigend. Und ein nicht unerheblicher Teil hiervon fließt als Einkommen an die Landwirte. Denn viele der Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien sind in den Händen der Agrarbranche.

Eine Erhebung zur Eigentümerstruktur hat kürzlich das Marktforschungsinstitut Trend-Research vorgestellt. Danach gehören mehr als 80 Prozent aller Biogasanlagen direkt oder indirekt Landwirten. Bei den Solaranlagen sind es 21,2 Prozent und bei den Windkraftanlagen direkt 1,8 Prozent. Hier kommen aber noch indirekte Beteiligungen an Betreibergemeinschaften hinzu und Einnahmen aus der Verpachtung der Flächen, auf denen diese Anlagen stehen; denn das ist meist Agrarland.

Genaue Zahlen, wie viel die Landwirtschaft aus dem 20-Milliarden-Euro-Subventionstopf kassiert, gibt es nicht. Annäherung verschafft eine Untersuchung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Danach flossen von den 19,3 Milliarden Euro EEG-Umlage 2012 rund 10,5 Milliarden Euro an Solaranlagenbetreiber, fünf Milliarden Euro an Biomasseanlagenbesitzer und 3,5 Milliarden Euro an Windkraftanlagenbetreiber. Aus diesen Zahlen – zusammen mit den Eigentumsverhältnissen – kann man schließen, dass die Landwirtschaft etwa ein Drittel (sechs bis sieben Milliarden Euro) des EEG-Subventionstopfes erhält, der durch die Verbraucher über die Abgabe von 5,3 Cent pro Kilowattstunde gespeist wird. Energiewirt zu sein lohnt sich damit für die Landwirte.