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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Landwirtschaft

Verwirrung durch immer mehr Labels

12.09.2019

Oldenburg Verbraucher, die sich bewusst ernähren wollen, orientieren sich beim Lebensmitteleinkauf gerne an sogenannten Labels. Einfacher ist das in den vergangenen Jahren allerdings nicht geworden. Denn die Zahl der Labels wächst stetig. „Es gibt inzwischen viel zu viele dieser Siegel“, sagt Sabine Hoppe, Ökotrophologin bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg. „Allgemein verteufeln sollte man Labels deswegen aber nicht; viele sind schon hilfreich und wertvoll.“

Labels lassen sich in drei Kategorien einteilen: Öko/Umwelt, Sozial/Fair-Trade und Herkunft. Immer mehr der über 100 000 Artikel im deutschen Lebensmittelmarkt schmücken sich mit einem solchen Gütesiegel. Dem Verbraucher sollen sie eigentlich das Einkaufen erleichtern. Gern werden sie aber auch von den Herstellern als Marketinginstrument benutzt, wobei die Grenze zwischen Information und Werbung nicht selten kaum mehr zu erkennen ist.

Das stiftet Verwirrung und wird von vielen Verbrauchern subjektiv als Überforderung empfunden, stellte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft schon 2011 fest. Seitdem ist die Situation eher schlimmer geworden. „Eine wachsende Gruppe von Konsumenten vertraut vielen Siegeln nicht mehr und zweifelt, ob deren Versprechen auch eingehalten werden“, ist sich Hoppe ziemlich sicher.

Ein Negativ-Beispiel ist der Label-Wirrwarr beim Thema Nutztierhaltung, kurz Tierwohl. Da gibt es neben dem Bio-Siegel inzwischen mehrere Labels von verschiedenen Organisationen, die unterschiedlich hohe Standards in der Tierhaltung einfordern: etwa das „Neuland“-Label, u.a. vom Bund für Umwelt und Naturschutz, das „Label für mehr Tierschutz“ vom Deutschen Tierschutzbund, das Label „Tierschutz kontrolliert“ von der Stiftung Tierschutz oder die „Initiative Tierwohl“ von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Teilen des Lebensmittelhandels. 2020 will das Bundeslandwirtschaftsministerium ein staatliches Tierwohl-Label, zunächst nur für Schweinefleisch, einführen. Mehrere Supermarktketten sind dem in diesem Frühjahr mit einem „Haltungsform“-Label zuvorgekommen. Wer wissen will, was inhaltlich hinter den einzelnen Tierwohl-Labels steht, sollte zumindest einen Volkshochschulkurs belegen.

Aber es gibt nach Ansicht der Ökotrophologin von der Landwirtschaftskammer auch Positiv-Beispiele: „Die Siegel ,Ohne Gentechnik‘ (seit 2009) und das deutsche Bio-Siegel (seit 2001) sind gut und funktionieren“, weiß Hoppe. Allerdings müssen seit 2010 in der EU alle Bio-Produkte auch ein EU-Bio-Logo tragen, das weniger aussagekräftig ist.

Lebensmittel-Labels sollen dem Verbraucher eine fundierte Entscheidungsfindung beim Einkauf ermöglichen. Nach Aussage einer Studie der Universität Göttingen müssen sie „transparente Informationen zu Prozess- und Produktqualitäten“ bieten. Das klappt selten, denn die Studie stellt fest, „dass nur sehr wenige Zeichen bisher einen hohen Bekanntheitsgrad und Vertrauen beim Verbraucher erworben haben“. Für Sabine Hoppe sollte das Ziel beim Labelling so aussehen: „Wenige, einfache Siegel ohne Marketingaussagen – das würde dem Verbraucher am meisten nutzen.“

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