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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Landwirtschaft

Klimaschutz auf dem Moorgrünland

20.04.2018

Ovelgönne Ein in Deutschland bisher einmaliges Forschungs-Verbundprojekt findet derzeit in der Wesermarsch statt. Wissenschaftler und Landwirte testen, wie nass landwirtschaftlich genutztes Moorgrünland sein darf, dass der Landwirt noch wertschöpfende Erträge erzielt. Denn je feuchter der Moorboden ist, desto weniger Kohlendioxid gibt er frei. Desto schlechter aber lässt er sich von den Landwirten befahren und wirtschaftlich nutzen. SWAMPS, zu deutsch: Sümpfe, heißt das Projekt, das vom Grünlandzentrum Niedersachse/Bremen in Ovelgönne koordiniert wird.

Erste Ergebnisse

Drei Wesermarsch-Landwirte haben für die Forschung Flächen in einem Hochmoor- und einem Niedermoor-Gebiet zur Verfügung gestellt. „Wir haben die Flächen in drei Abschnitte unterteilt: einen, wo der Wasserstand nicht reguliert wird, einen, wo wir über Wassergräben regulieren und einen, in dem der Wasserstand über eine sogenannte Unterflurbewässerung mittels Drainage angehoben wird“, erklärt Dr. Kristine Jung vom Grünlandzentrum das Wasserstandsmanagement des Projekts. „Wir wollen mit den Landwirten gemeinsam konkrete Lösungen erarbeiten“, betont die Biologin.

Zur Halbzeit des bis 2019 laufenden Projekts wurden jetzt erste Teilergebnisse vorgelegt. Bei der Wasserstandsregulierung über Gräben gebe es Probleme. „Nach Niederschlägen bleiben die Wasserstände tagelang hoch. In Trockenperioden fallen sie stärker ab“, weiß Merten Minke vom beteiligten Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Die Unterflurbewässerung habe dagegen die Erwartungen erfüllt. „Die Wasserstände sind höher und stabiler und die Landwirte können – vor allem in nassen Perioden – die Flächen besser befahren.“

Wie sich die Bewässerung auf den landwirtschaftlichen Grünland-Ertrag auswirkt, untersucht die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Sie arbeitet dazu mit verschiedenen Aussaatvarianten. „Die Erträge des Jahres 2017 dienen uns als Vergleich für 2018 und 2019“, so Kammerexperte Gerd Lange. Aussagekräftige Ergebnisse erwartet er erst in der zweiten Jahreshälfte 2018.

Regelmäßige Treibhausgasmessungen (Kohlendioxid, Methan und Lachgas) werden vom Thünen Institut aus Braunschweig vorgenommen. „13 500 Proben kommen auf diese Weise zusammen und werden ausgewertet“, sagt Dr. Bärbel Tiemeyer.

Halbzeit bei SWAMPS

Die Anzahl der Pflanzenarten hat 2017 gegenüber 2016 leicht zugenommen. Im Vergleich zu sonstigem Grünland sei die Anzahl der Arten auf Moorgrünland aber eher gering, bilanziert Jana Packmoor von der Universität Oldenburg, die sich mit der Biodiversität auf den Böden beschäftigt. Die Uni Oldenburg untersucht auch die Auswirkungen des Wassermanagements und der unterschiedlichen Bewirtschaftung auf die Nährstoffflüsse in Böden und Gräben der Versuchsflächen. Für Phosphat und Ammonium seien in den angrenzenden Gräben hohe Werte gemessen worden.

Ein kleines Fazit zur SWAMPS-Halbzeit zieht Dr. Heinrich Höper vom LBEG: Die Unterflurbewässerung der Moorgrünlandflächen sei ein vielversprechendes Verfahren, „um Treibhausgasemissionen zu reduzieren und so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“.

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