Langeoog - „Wenn das keine Ungleichbehandlung ist, weiß ich auch nicht weiter“, sagt die Langeoogerin Meike Peters. Sie meint damit, dass es zwar Corona-Hilfen durch die Bundesregierung gibt, private Vermieter wie sie diese aber nicht beziehen können.

„Nur, weil wir keine Gewerbesteuer bezahlen. Dabei zahlen wir doch Einkommenssteuer zur Genüge“, beklagt Meike Peters. Seit 2004 vermietet sie, hat selbst 20 Ferienwohnungen und verwaltet zwei weitere. Jetzt ist zum zweiten Mal das Ostergeschäft ausgefallen – und Peters hat nach eigenen Angaben bereits Brutto-Verluste von 120 000 Euro gemacht. Zwei ihrer drei Mitarbeiter habe sie bereits entlassen müssen, weil sie sie nicht länger bezahlen konnte. Ihr Mann, der Physiotherapeut und Masseur ist, kann derzeit ebenfalls nicht arbeiten und bezieht Arbeitslosengeld.

Meike Peters will jetzt rechtlich vorgehen und fordert die Corona-Hilfen für sich ein. Einen Anwalt hat sie bereits eingeschaltet. „In Schleswig-Holstein gab es eine Petition, mit der erreicht wurde, dass auch Privatvermieter Hilfen bekommen. Wieso geht das hier nicht?“, fragt die Langeoogerin. Sie hofft, dass noch mehr Privatvermieter diesen Weg gehen und gemeinsam etwas erreicht wird. Sollte sie mit ihrer Initiative scheitern, müsse sie gegebenenfalls Insolvenz anmelden.

Buchungen hat Peters, besonders für den Spätsommer, schon viele. Doch auch davon könne man nicht leben, sagt die Insulanerin. Dazu kommt: „Die Gäste sind sehr zurückhaltend beim Buchen. Sie wissen ja nicht, ob sie wirklich kommen können“, erzählt Peters. Täglich erreichten die Vermieterin Anrufe von Gästen, die ihren Urlaub nicht antreten dürfen. Sie seien enttäuscht, haben ihren Inselaufenthalt zum Teil bereits vom vergangenen auf dieses Jahr verschoben. „Die weinen dann manchmal am Telefon. Und ich kann gar nichts machen.“ Gäste, die jetzt nicht noch einmal ein Jahr verschieben wollen, verlangen ihr Geld zurück – ein weiteres Problem für Meike Peters, die fordert, dass die Politik die Privatvermieter nicht länger im Regen stehen lässt.

Julia Dittmann
Julia Dittmann Redaktion Wittmund