Langeoog - Ron Piekarski (Union für Langeoog) vermisste die fundamentalen Antworten der Nationalparkverwaltung auf die drängenden Fragen. Zudem gelte es, auf der Insel die eigenen Ziele endlich konsequent umzusetzen.
Der Rat habe auf Anregung der Grünen den Klimanotstand ausgerufen, sich für CO2-neutrale Fährfahrten entschieden und im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens Hauptbad für die Bunten Buden nachhaltige Verpackungen vorgeschrieben. In allen Fällen fehle ihm die Umsetzung. Die Ziele der Entwicklungszone seien dagegen inhaltslos, daher werde er dagegen stimmen. Bürgermeisterin Heike Horn entgegnete, dass der Rat jederzeit entsprechende Beschlüsse zur Umsetzung fassen könne.
Gerda Spies (CDU) forderte die Ratsmitglieder auf, den Antrag abzulehnen. Heike Horn führte hingegen aus, dass sie auf der einen Seite große Chancen im Beitritt sehe, Bedingung sei aber ein Mitbestimmungsgremium aus Einheimischen. Auf der anderen Seite seien sehr viele Sorgen und Ängste an sie heran getragen worden, die Informationsveranstaltungen hätten die Bedenken nicht zerstreut. Sie enthielt sich.
Piekarski ergänzte, dass man auch ohne Beitritt ein Gremium bilden sollte, dass das Thema Nachhaltigkeit auf der Insel voran bringe und auch Beiträge zu Klimaneutralität und Emissionsminderung entwickele. „Wir können uns unsere Medaillen selbst um den Hals hängen“, sagte er.
Jochen Voss (FDP) widersprach der allgemeinen Einschätzung, es gehe um eine Erweiterung des Nationalparks; vielmehr stehe die Einbeziehung der Menschen im Ort im Mittelpunkt. Da man jederzeit austreten könne, sprach er sich für einen Beitritt aus.
Jan Martin Janssen (Union für Langeoog) führte aus, dass er dem Thema eigentlich positiv gegenüber stehe. Die Ziele seien aber so breit gestreut, dass sie für Langeoog nicht aussagekräftig seien. „Wir sollten uns unsere eigenen Ziele für eine funktionierende Biosphäre definieren“, schlug er vor. Dafür habe die Insel schon viel getan, als Beispiel nannte er die autarke Kläranlage. Die Ängste vieler vor der Entscheidung seien berechtigt; ungeklärt sei, was nach einem Austritt mit bereits gezahlten Fördermitteln geschehen werde.
Olaf Sommer (Grüne) kündigte an, sich zu enthalten: „Wir dürfen uns die Wurst durch fremde Vorgaben nicht vom Teller nehmen lassen.“ Der allgemeine Vertreter Ralf Heimes wies darauf hin, dass Fördermittel nach bisheriger Praxis an den Zweck gebunden seien, nicht an ein Fortbestehen einer Mitgliedschaft im Förderkreis. Der Rat folgte dann bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen der Beschlussempfehlung der Vorlage, der Entwicklungszone nicht beizutreten.
