Langeoog - Rat und Verwaltung der Gemeinde Langeoog haben sich Donnerstag in öffentlicher Sitzung erneut intensiv mit verschiedenen Varianten für die Zukunft des Kurviertels befasst. Dabei wurden auch mehrere neue Modelle vorgestellt. Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn stellte auf Nachfrage eines Insulaners klar: „Ich bin froh, wenn es zwei realistische Varianten geben wird“, die am Ende unter Langeoogs Bürgern zur Wahl stehen.
Vorgestellt wurde die Variante „Umzug des Rathauses in das Kur- und Wellnesscenter (KWC), ein Umzug der Ärzte in das KWC und der Bau von Eigentumswohnungen auf den Dächern von KWC und Haus der Insel (HdI)“ durch Ratsherr Martin Janssen.
Dazu Bürgermeisterin Heike Horn in einer Mitteilung: „Die Verwaltung der Inselgemeinde Langeoog war leider nicht in die Berechnungen und in die inhaltliche Gestaltung der Präsentation, die von sieben Ratsmitgliedern favorisiert wird, eingebunden.“ Daher führen die Berechnungen der Verwaltung zu anderen Ergebnissen. Es sei rechtlich nach wie vor nicht möglich, dass der Tourismus Service Langeoog (TSL) die von Ratsherr Martin Janssen benannten Flächen bebaut und selber gewinnbringend verkauft. „Die ausgewiesene Kalkulation ist somit nicht realisierbar“, betont Heike Horn.
Die Verwaltung berufe sich bei ihrer Berechnung unter anderem auf vorliegende Gutachten. Diese lägen auch dem Rat vor, von Architekten, die bereits vor vier Jahren eine Summe von 5,8 Millionen Euro verbindlich ausgewiesen hätten. Diese Summe werde sich aktuell auf rund 7,2 Millionen Euro erhöhen, da die gesamte Vernetzung mit Glasfaser damals nicht eingerechnet worden sei, so Horn.
Sie dankte für die „Superidee“, verwies aber darauf, dass nach ihren Informationen keine nennenswerten Fördermöglichkeiten bestünden. Grundsätzlich wäre es wünschenswert gewesen, wenn der Rat sich die ausgewiesene fachliche Expertise der zuständigen Mitarbeiter im Rathaus zunutze gemacht hätte, um anschließend gemeinsam mit der Verwaltung der Öffentlichkeit verifizierbare Berechnungen anzubieten.
Zum Quartierskonzept teilten sie und ihr Allgemeiner Vertreter im Amt, Ralf Heimes, mit: „Fakt ist, dass die Fördergelder für ein energetisches Quartierskonzept bewilligt sind, aufgrund des gestoppten Interessenbekundungsverfahren aber kein Konzept erstellt wurde. Die beauftragte Ingenieurfirma wartet auf Entscheidungen, auf welcher Basis das Konzept erstellt werden soll“, sagt Heike Horn.
Als zweite neue Variante stellte sie anschließend vor, dass die Flächen von HdI und KWC komplett durch einen Investor durch ein Hotel erschlossen werden. Ein Bürgerhaus mit Veranstaltungsraum solle dann südlich des heutigen HdI entstehen. Den möglichen Ertrag dieses Konzeptes schätze die Verwaltung auf 10,6 Millionen Euro ein.
Nach einer dritten neuen Variante könnten auf der Dachfläche des HdI und im KWC ein Hotel oder Wohnungen entstehen. Das Haus der Insel bliebe in der Hand des TSL. Der mögliche Ertrag werde auf 6,3 Mio. Euro kalkuliert, wenn ein Hotel entstünde, beziehungsweise auf 10,8 Mio. Euro, wenn Wohnungen gebaut würden.
Heike Horn fasste nach zahlreichen Fragen aus dem Publikum zusammen, dass Rat, Verwaltung und Bürger sich nun auf Basis der vorgestellten Varianten zum Kurviertel fragen müssten „Was will Langeoog?“.
