LASTRUP - Werbespots einer Jobvermittlung in Lastrup (Kreis Cloppenburg) haben empörte Reaktionen bei der kirchlichen Telefonseelsorge ausgelöst. In den Spots im Radio und im Internet raten völlig desinteressierte und offenkundig unfähige Mitarbeiter einer „Telefonischen Seelsorge“ einem Hilfesuchenden, sich umzubringen.

„Das ist geschmack- und verantwortungslos“, sagte der Leiter der Bremer Telefonseelsorge, der evangelische Pastor Frank Austermann, am Freitag. Die bundesweit 6 400 ehrenamtlichen Telefonseelsorger seien für ihren Rund-um-die-Uhr-Dienst sorgfältig ausgewählt und ein Jahr lang ausgebildet worden. Die Leiterin der evangelischen Telefonseelsorge im Elbe-Weser-Raum mit Sitz in Bad Bederkesa, Ulla Huntemann-Clasen, kritisierte, dass in den Spots der Suizid als Lösung angeboten werde.

Dies sei nicht nur lebensverachtend, sondern gefährlich: „Die Namensgleichheit nimmt in Kauf, dass der Spot als Wirklichkeit gehört werden kann. Das ist kein Witz.“

Die Geschäftsführerin der werbenden Jobvermittlung „Perso Plankontor“ in Lastrup sieht unterdessen keine Probleme. Die Spots seien „übergreifender Humor“ und eine „nette Anekdote“, mit denen man niemanden verletzen wolle.

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