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NWZonline.de Sport Leichtathletik

Berlin feiert Sailers Abschiedslauf

07.09.2015

Berlin Sprint-Königin Verena Sailer feierte beim Istaf einen emotionalen Abschied, die deutschen Leichtathleten überzeugten auch bei fiesem Wetter: Eine Woche nach den Titelkämpfen in Peking erlebten die Weltmeisterinnen Christina Schwanitz und Katharina Molitor in Berlin eine herzliche Willkommensparty – hatten zum Ende einer anstrengenden Saison aber mit Kälte und Wind zu kämpfen. Deutsche Siege gab es im Olympiastadion durch Schwanitz und Hammerwerferin Kathrin Klaas.

Für Sailer, 100-m-Europameisterin von Barcelona 2010, war das größte Eintages-Meeting der Welt aber die Abschiedsvorstellung. Am Sonnabend hatte die 29-Jährige überraschend ihren Rücktritt angekündigt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) verliert damit die erfolgreichste Sprinterin der vergangenen Jahre.

Sailer kam in ihrem letzten Rennen in 11,37 Sekunden als Fünfte ins Ziel – und musste sich anstrengen, „nicht loszuheulen“. Mit einer Ehrenrunde zu „Time to say Goodbye“ verabschiedete sie sich in den Sport-Ruhestand. „Es war sehr emotional“, sagte Sailer.

Beim vom Winde verwehten hochklassig besetzten Stabhochsprung-Wettbewerb kam der WM-Zweite Raphael Holzdeppe mit 5,44 Metern auf Platz fünf, Kugelstoßer David Storl verpasste als Zweiter mit 21,19 Metern erstmals seit 2012 einen Istaf-Sieg, doch die gute Stimmung im Olympiastadion störte dies kaum. Alle anwesenden sieben der acht deutschen Medaillengewinner von Peking wurden schon bei der Begrüßung ausgiebig gefeiert.

Für Diskus-Ass Robert Harting blieb in seinem „Wohnzimmer“ in diesem Jahr nur die Rolle als Zuschauer. Nach zuletzt fünf Istaf-Siegen in Serie verzichtete der 30-Jährige in diesem Jahr auf den Start. Sein Nachfolger wurde wie bei der WM der Pole Piotr Malachowski (66,13) vor Roberts Bruder Christoph Harting (65,15).

Zum Auftakt hatten Schwanitz (Kugelstoßen) und Molitor (Speerwurf) die Plätze eins und zwei belegt. Molitor kam auf 61,19 Meter, Schwanitz gewann mit 19,66 Metern.

Gesa Felicitas Krause, Überraschungsdritte in Peking über 3000 m Hindernis, zeigte auch in Berlin ihre tolle Form. Die 23-Jährige stellte als Dritte in 6:04,20 Minuten eine deutsche Bestzeit über die nichtolympische Distanz 2000 m Hindernis auf. Der WM-14. Richard Ringer lief über 5000 m in 13:18,00 Minuten auf Rang vier.

Cindy Roleder, über 100 m Hürden bei der WM überraschend mit Silber dekoriert, wurde in ihrem Rennen Vierte. Die deutsche 800-m-Meisterin Fabienne Kohlmann wurde in persönlicher Bestzeit von 1:58,34 Minuten Zweite.

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