BERLIN - Weltrekord! Nein, zählt nicht. Würde die Britin Paula Radcliffe ihre Bestzeit von 2:15:25 Stunden 2012 bei einem der Städte-Marathons unterbieten, wäre das nur eine Weltbestleistung. Denn Weltrekorde im Straßenlauf will der Leichtathletik-Weltverband IAAF vom 1. Januar 2012 an nur noch in „reinen“ Frauenrennen anerkennen. Diese „Geschlechtertrennung“, die Einführung von zwei Rekordlisten im Frauen-Marathon, ist bei den Veranstaltern auf heftige Ablehnung gestoßen.

„Die Unterscheidung zwischen Zeiten, die in gemischten Rennen und reinen Frauenrennen erzielt wurden, ist geradezu anachronistisch und ein Rückschritt für den Straßenlauf“, sagte Thomas Steffens, Sprecher des Berlin-Marathons. Nach der neuen Regelung wird der Rekord der Frauen nur noch bei 2:17:42 Stunden liegen.

„Ich finde das inakzeptabel, dass ein Weltrekord erst anerkannt und nun wieder abgeschafft wird“, meinte die deutsche Rekordhalterin Irina Mikitenko, die zu bedenken gibt, dass es kaum reine Frauenrennen gibt. Rekorde könnten dann nur in London, bei EM, WM und Olympia aufgestellt werden. Für die Veranstalter sei die Einführung offizieller Weltrekorde in Straßenrennen im Jahr 2003 eine gute Entscheidung gewesen, die bestehen bleiben müsse.