Berlin - Die klassische Leichtathletik aufpeppen, mit frischen Ideen neue Fans gewinnen, aus einer langweiligen Dauersendung eine kurzweilige Show machen: Dieses Credo gilt für die Macher der Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin ab diesem Montag um Cheforganisator Frank Kowalski. Einige Beispiele für Novitäten und Besonderheiten im Überblick:
Kompakter Zeitplan
Die sechs Abend-Sessions im Olympiastadion werden zum Feuerwerk der Leichtathletik. Keiner der Finalabende dauert länger als drei Stunden. Am Wochenende gibt es im Stadion gar keine Frühveranstaltungen mit Qualifikationen mehr. 20 Kilometer Gehen (Samstag) und Marathon (Sonntag) finden auf einem Rundkurs in der City statt. Am abschließenden Sonntag geht im Stadion die Post ab: Zwischen 19.10 Uhr (Stabhochsprung Männer) und 21.35 Uhr (4x100-Meter-Staffel der Männer) gibt es acht Finals – Schlag auf Schlag innerhalb von zweieinhalb Stunden.
Kugel-Quali in der City
Auch wenn Kugelstoßer David Storl in der Qualifikation am Montagabend nur einen Versuch braucht – allein das schöne Panaroma ist es wert. Die starken Männer werden mitten in der City ihre Finalisten ermitteln – direkt auf dem Breitscheidplatz an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Die Macher erhoffen sich viele Zuschauer, die so vielleicht Geschmack an der Leichtathletik finden. Die Quali ist öffentlich, der Eintritt frei. Erst das Finale ist dann im Olympiastadion.
Video Screens
Um alles mitzubekommen, werden fünf Bildschirme im Olympiastadion installiert, davon sind zwei unter dem Dach montierte Leinwände 350 Quadratmeter groß. Zudem gibt es LED-Werbebanden, die für Wettkampfinformationen genutzt werden.
Laserlinie
Wenn der Sand aufspritzt, kann man oft nicht sehen, wo genau der Springer in der Grube gelandet ist. Eine Laserlinie soll diese Messung im Weit- und Dreisprung sichtbar machen – ähnlich wie im Fernsehen beim Skispringen.
Hot Seats
Bin ich nun im Finale? Wenn es im Halbfinale der Sprinter um Zentimeter und Hundertstelsekunden geht, beginnt oft das große Zittern. Dafür gibt es erstmals sogenannte „Hot Seats“: Während der Semifinals müssen die Sprinter – von den Zuschauern sichtbar – im „heißen Stuhl“ um ihr Weiterkommen bangen. „Wir transportieren so Emotionen, die sonst nur in den Katakomben stattfinden“, sagte Kowalski.
Europäische Meile
Ein Schauplatz der EM ist die Europäische Meile am Breitscheidplatz mitten in Berlin, wo die Kugelstoß-Quali der Männer, die Marathon- und Gehwettbewerbe und 38 Siegerehrungen vor einer Tribüne für 4000 Zuschauer stattfinden. Damit soll die EM in die Stadt getragen werden.
Top-Sprinter gesetzt
Um den Zeitplan zu straffen, kommen die besten zwölf Läufer der europäischen Bestenlisten in den Lauf-Disziplinen von 100 bis 400 Meter direkt ins Halbfinale. Dabei sind auch die DLV-Asse Aleixo Platini Menga (200 Meter), Gregor Traber (110 Meter Hürden), Luke Campbell (400 Meter Hürden), Gina Lückenkemper (100 Meter), Tatjana Pinto (100 und 200 Meter) sowie Pamela Dutkiewicz und Cindy Roleder (beide 100 Meter Hürden).
