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NWZonline.de Sport Leichtathletik

Claudia Pechstein spricht IOC-Chef Führungsrolle ab

28.07.2016

Berlin Die heftige Kritik an Thomas Bach reißt nicht ab, doch vom russischen Präsidenten Wladimir Putin erhält das vom deutschen Sportfunktionär geführte IOC Lob. Athleten wie Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein und auch nationale Anti-Doping-Agenturen stärkten Robert Harting in seinem vernichtenden Urteil über das IOC hingegen den Rücken. Unterdessen droht dem IOC eine Klagewelle russischer Athleten: Zahlreiche ausgeschlossene Sportler kündigten rechtliche Schritte an.

„Bach hat sich in meinen Augen politisch kaufen lassen. Er lügt die Welt an, wenn er öffentlich predigt, es gelte für jeden Sportler die Unschuldsvermutung“, sagte die Berlinerin Pechstein. Ihr eigener Fall sei der beste Beweis für die Unrichtigkeit von Bachs Äußerungen. „In meinem Fall hat nie die Unschuldsvermutung gegolten. Ich wurde zu Unrecht ohne jeden Beweis, nur aufgrund einer absurden Wahrscheinlichkeitsrechnung verurteilt.“

Pechstein kritisierte, Bach und das IOC hätten vor dem Ausschluss der russischen Leichtathleten von Olympia erst die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS abgewartet und sich in Sachen des Rio-Banns von Athleten anderer Sportarten hinter den Fachverbänden versteckt. „Das ist eine feige Entscheidung, Bach drückt sich vor der Verantwortung und wird seiner Führungsrolle als IOC-Chef einmal mehr nicht gerecht. Das Ganze ist ein unwürdiges Trauerspiel.“

Auch Diskus-Olympiasieger Harting war nach seiner tags zuvor geäußerten Kritik zu dem gleichen Schluss über den deutschen Spitzen-Funktionär gekommen: „Er ist für mich als IOC-Präsident nicht weiter tragbar. Er nimmt meine Werte als Athlet nicht wahr“, betonte der Berliner.

„Absolutes Entsetzen“ herrsche über die IOC-Entscheidung unter den Anti-Doping-Agenturen vieler Länder, sagte die Nada-Vorsitzende Andrea Gotzmann. Da sei „eine große Chance verpasst worden“. Es sei ein Rückschlag für saubere Athleten.

Im Gegensatz zu Harting oder Pechstein hat der Präsident des Deutschen Judo-Bundes die Entscheidung des IOC gegen einen russischen Olympia-Bann begrüßt. „Die Zeit der Sippenhaft haben wir 1945 in Deutschland abgeschafft“, sagte Peter Frese.

Unterdessen haben weitere Fachverbände Konsequenzen aus dem Wada-Report über Staatsdoping in Russland gezogen. Mindestens 105 von geplant 387 russischen Sportlern wurden bislang von Olympia ausgeschlossen. Der vom Russen Alischer Usmanow geführte Fecht-Weltverband gewährte derweil allen 16 qualifizierten Russen das Startrecht.

Gegen ihren Ausschluss bringen sich inzwischen zahlreiche russische Athleten in Position. Sie kündigten an, das IOC zu verklagen. Der Anwalt der Schwimmerin Julija Jefimowa teilte mit: „Wir reichen wohl am 29. Juli Klage beim CAS ein.“ Ähnliches plane der russische Ruderverband, teilte Verbandschef Wenjamin But mit.

Hart bleibt der Leichtathletik-Weltverband IAAF. Er verweigerte Russland grundsätzlich eine Sondererlaubnis zum Olympia-Start gesperrter Sportler. Einen entsprechenden Antrag habe IAAF-Chef Sebastian Coe in einem Brief abgelehnt, sagte Sportminister Witali Mutko in Moskau.

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