DAEGU - Robert Harting hatte im Diskusring keine ernsthafte Konkurrenz. Keine Ausnahme, eher die Regel bei der Leichtathletik-WM der fehlenden Stars und stürzenden Favoriten in Daegu. Ein großer Teil der Siegerleistungen ist schwächer als bei den von drei Weltrekorden gekrönten Titelkämpfen 2009 in Berlin oder gar der glanzvollen WM mit fünf Bestmarken 1993 in Stuttgart. Wenn Betty Heidler im Hammerwurf-Finale am Sonntag keinen Weltrekord produziert, geht die 13. WM wohl als die vierte ohne neue Bestmarke in die Annalen ein.

Ein Grund könnten die drei Wochen vor den Wettkämpfen angekündigten Blutkontrollen für alle der 1945 gemeldeten WM-Teilnehmer sein. „Darüber wird von vielen spekuliert. Keiner weiß es wirklich. Doch der Anti-Doping-Kampf zeigt ganz sicher Wirkung“, sagt Helmut Digel, seit 16 Jahren in der Führungsmannschaft des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF.

In bislang 27 Entscheidungen waren nur acht Siegerleistungen besser als vor zwei Jahren in Berlin, in 21 vergleichbaren Disziplinen nur neun besser als 1993 in Stuttgart. Am Donnerstag wurden über 400 m Hürden der Männer und 1500 m der Frauen die schlechtesten Siegerleistungen der WM-Geschichte registriert.

Am Schlusswochenende stehen in Daegu 14 Entscheidungen an. Die deutschen Hoffnungen ruhen dabei auf Hammerwerferin Betty Heidler, die am Sonntag (11.15 Uhr) gefordert ist. Im Fokus steht zudem Usain Bolt. Nach seiner Disqualifikation über 100 Meter ist der Jamaikaner am Sonnabend (14.20 Uhr) Favorit im 200-Meter-Finale. Am Sonnabend überträgt die ARD ab 12.03 Uhr, am Sonntag sendet das ZDF ab 11 Uhr.